Von James Bamford als Fortführung seiner fleißigen, wenn auch durchweg recht durchschnittlichen, da überschaubar begabten und auch wenig lernfähigen Bemühungen für den Streaming-Content gedrehter Actionthriller, diesmal mit etwas jüngerer Besetzung, welche sich aufgrund der Prämisse des Geschehens ergibt, ansonsten aber keinerlei Neuigkeiten in der öfters rein affektierten Handhabe des Regisseurs schlussfolgert. Begonnen wird diesmal in Moskau, in Russland, beim FSB stilecht und deren Bürogebäude, mutmaßlich natürlich nur, gedreht wurde zwar im Ostblock des öfteren, aber nicht direkt vor Ort und sicherlich nicht bei einer sanktionierten Macht:
Die junge Renee [ mehr Haare als Vetter Itt: Lizzy Greene ] wurde ohne das Wissen ihrer leiblichen Mutter Candace Dalton [ Megan Boone ] noch als Kind beim sogenannten Internship der CIA ausgebildet. Jahre später gelangt sie an die Daten der weiteren Kandidaten [ u.a. Sky Katz, Alix Villaret, Ollie Roddy, Kaine Buffonge & Will Pierson ] und nutzt diese zu einer gemeinsamen Vereinigung gegen die Hintermänner. Die CIA in Form des Direktors [ Errol Trotman-Harewood ] und seines Stellvertreters Dick Jones [ Philip Winchester ] sind ebenso hinter ihr her wie die russische Gegenseite durch Vlad Kurchenko [ Jonas Armstrong ]. Die ebenfalls für die CIA tätige Candace informiert ihren früheren Freund und Kollegen Nelson [ Sullivan Stapleton ].
Eine rasche Infiltration, ein schneller Einbruch, eine junge Spionin, die Inszenierung gleichzeitig dünn und bemüht selbstbewusst, das Lehren ziehen aus den filmischen Vorgängern und der Serienerfahrung, ein steriles Umfeld und dessen Handhabe mit einigen Kameraspielchen und aktionsmäßiger Aufwartung, das Herbeischaffen von Geheiminformationen, for your eyes only, dann schon die Störung und die erste Beseitigung. Doppelhändig wird hier gefeuert, die Bewegungen forciert und einstudiert, ein großer Empfangssaal auseinander genommen, das CGI-Blut spritzend, die Kombinationen unnötig, eine scheinbar frische und gleichzeitig schon längst veraltete Herangehensweise in der Choreografie, die Anfang der Nullerjahre vielleicht gefragt war, heute aber nur noch Stirnrunzeln auslöst. Gereist wird zumindest bald weiter, sich bewegt, nach Sofia geht es nun, das ist schon näher am Drehort dran, dort wird sich ausgelebt und das Hintergrundwissen verbreitet an den Rest der Wartenden, an die Internship.
Die Grauzone der Glaubwürdigkeit demnach in der Einleitung schon abgeschüttelt und verloren, das haben die anderen Kollegen und die Produkte aus eigener Fabrikation wie Air Force One Down - Die Agentin des Präsidenten (2024) oder High Ground - Moralisch überlegen (2025) doch länger hinausgezögert und länger aufgeschoben, hier offenkundig und dies nicht bloß durch das Fehlen von Stammspieler Jon Voight (der dafür zumindest als Foto tatsächlich anwesend ist; Voight ist Klient des Autoren und Produzenten) für die Twens vielleicht angelegt und projiziert oder für das CW-Publikum bzw. des von Nickolodeon, möglichst gleichaltrige Identifikationen bereitgehalten und Identitäten sowie deren Träume und die Umsetzung. Dazu rasche Schnitte und viele Ortswechsel, schnelle Vorstellungen quer durch Amerika und auch im Ausland, attraktive Darsteller oder sonstwie auffällige Personen zum Merken und Einprägen ihrer Gesichter, der Codenamen eher weniger, dazu viel Auffälligkeiten und eine flammende Autoexplosion. Immerhin wird sich aufgrund der schon sehr leichten Geschichte, die keine Klischees auslässt und keine Vorhersehbarkeiten in dieser auch eingangs beinahe minütlich bewegt, die Hauptstädte Europas abgeklappert und amerikanische Szenerien, sind die Schergen auch schon zeitnah am Start, wird sich vereint gegen die Angreifer und sowohl innerorts als auch an die Öffentlichkeit gewagt, dazu eine spezielle Gruppe Verfolger, die von Beginn natürlich und damit die seitens des FSB, nicht des KGB aufgestellt. Der Kalte Krieg hier wieder am aufleben, in all seinen Banalitäten, "use your imagination", ist nicht nur die Geschichte abgehangen, sondern auch ihre Umsetzung, eine 08/15-Idee und auch deren Präsentation, preiswert bis preisgünstig eingerichtet mit deutlichen Technikschwund, mit vielen Ortssprüngen, mit der Verpflegung aus dem Foodtruck, dazu einige dazwischen eingeschobene Rekrutierungen mehrerer Parteien und mancherlei kleinere Stunts. Über Familie wird hier viel gesprochen, durchgängig und fortlaufend, auch wenn die Handlung selber und dies nach wenigen Minuten schon hängt, wenn die Posen vergebens sind und die vermeintliche Bedeutsamkeit des Ganzen, wenn die Kommunikation und Interaktion meistens das gleiche Wenige noch einmal durchkaut und erneut in seinen überschaubaren Einzelheiten klärt. Ein Pilotfilm in der Anlage her und auch vom Vollzug, vereinfacht gehalten und unbeschwert, minimal integrierend und mäßig interessant geschrieben und dirigiert, ein Abklappern von Objekten und Subjekten, ein Hopping durch das Areal sowohl bei der Formulierung der Erzählung als leider auch der eher albernen Actionszenen.
"This is need to know.", wird die Gruppierung später in ein edles Waldhaus im Upstate New York verlagert, eine Art Breakfast Club im Agentenmilieu, Spy Kids trifft auf Bourne Identität, sich gegenseitig vorgestellt und erste Animositäten gestreut, Erinnerungen eingewebt, um die Motivation zu beschweren, das Programm stellt sich gegen seine Entwickler und die Handlanger, dazu bemühter Humor, um die Gruppensitzung aufzulockern, was nur minimal fördert und bescheiden bloß gelingt, ein Austaxieren der späteren Mitstreiter, der Patchwork-Zusammensetzung, wobei größere Szenen mit mehreren Statisten tatsächlich zuweilen ganz gut aussehen und etwas Geld vortäuschen, wo sicherlich nicht allzu viel geflossen ist und auch nur überschaubar in den Bildern selber platziert. So schreiten die Minuten voran, wird mal ein Verfolger durch einen Wagen gerammt, eine kleine Prügelei in einer Bar und anschließend im Taxi gereicht, ein "Play nice" aller Beteiligten, ein Schnellschussverfahren der Macher vor der Kamera und hinter ihr, eine beiläufige Herangehensweise, viel im Nebenbei und viel im Nebenher, eine fortschreitende Nachlässigkeit, ein Versteckspiel im schneebedeckten Wald, ein "Game on" der Toy Soldiers an den Fronten, eine Schießerei auf einem Parkhausdach, wo man erneut Kugeln ausweichen kann und eine Vorliebe für computerunterstützte Kopfschüsse, und damit noch nicht einmal ein richtiges Ärgernis, sondern einfach eine Beliebigkeit und Vernachlässbarkeit, ein großes Egalsein dessen.