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Bousman ist in den 00ern stecken geblieben… Mit allen Pros und Cons!

Lesbische Liebschaften, gefährliche Scams und klassischer Torture Porn werden in Darren Lynn „Gehirnfetisch“ Bousmans „Twisted“ ziemlich glatt und stumpf irgendwie zusammengetackert… Und dass dabei insgesamt dann doch irgendwie ein halbwegs guckbarer Genrefilm und bizarrer Schocker herauskommt, muss ich fast schon als echten Erfolg verbuchen, denn das hätte noch weitaus heftiger in die Hose gehen können… Und dabei meine ich nicht die Liebeleien der beiden Hauptfiguren und Ladies, die Leute abzocken, indem sie ihnen Luxuswohnungen vermieten, die ihnen aber gar nicht gehören - bis das Karma in Form von gut ausgestatteten Folterapartments und gekränkten Männeregos brutal zurückschlägt und zurücksägt… 

Verdreht Köpfe statt Spannungsschrauben

Djimon Hounsou ist immer interessant und legt sich ziemlich rein, Lauren LaVera ist eh eine höchst attraktive, aufsteigende neue Scream Queen mit Biss und Power, der Rest des Casts kann sich oberflächlich auch sehen lassen. Und das hilft um die wirklich sehr TV-artige und kaum reizende erste Hälfte von „Twisted“ zu überstehen. Die ist wirklich nicht gut, die ist lahm wie eingeschlafene Füße. Doch dann geht’s zum Glück stetig bergauf bzw. böse und krank zu in den Folterkellern und auf den improvisierten Krankenbetten dieser Welt. In den besten Momenten wirkt's als ob Bousman nach „Saw III“ und Co. nie weg gewesen wäre. In den schlechtesten Momenten jedoch leider eher wie ein blutüberströmtes NYC-Werbevideo und ein hängengebliebener Videothekenstammtisch von 2006. Zum Glück artet er hintenraus dann aber wie gesagt doch noch genug aus… Wirklich gut würde ich das dennoch nie im Leben nennen. Hätte sich in gestraffter Form vielleicht damals eher für sowas wie die „Masters of Horror“-Reihe angeboten. Aktuell wirkt es dagegen arg angestaubt und aus der Zeit gefallen. Was man ja auch auf der Habenseite verbuchen kann, wenn man will… Er braucht halt nur unfassbar lange um in die „Patienten“puschen zu kommen. 

The Human Scamtipede

Fazit: Leicht sexy, zuerst sehr glatt und generisch, dann weirder werdend, dann ziemlich böse. Und im Endeffekt heutzutage doch kaum mehr der Rede wert. Trotzdem ein minimaler Lichtblick für Bousman. Zumindest wenn man diesen 00er-Stil abkann. Oder gar feiert. 

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