Journalist Steve Hartman verfolgt mit dem Fotografen Lou Bopp ein Projekt, bei welchem er die Eltern von Kindern besucht, die bei sog. „school shootings“ ums Leben kamen. Die Zimmer der Kinder werden fotografiert, Hartman dokumentiert so nicht nur eine hinterlassene Lücke, sondern fängt auch Bilder von Räumen ein, aus denen das Leben herausgerissen wurde. Gepaart mit Fotos und Videos der Verstorbenen entsteht so in diesen knapp dreißig Minuten ein kurzer Film über die Folgen der Ereignisse und was dies in den jeweiligen Familien hinterlassen hat. Es fühlt sich mitunter an, als sei die Zeit stehen geblieben, die Räume wurden konserviert und zu einer begehbaren Erinnerung.
Hartmans Ansatz ist nachvollziehbar, seine Absichten verständlich, ein merkwürdiges Gefühl hinterlässt das Ganze dennoch. Es ist richtig, dass die Opfer thematisiert werden, anstatt den Tätern den Raum zu geben. Allerdings bekommen diesen hier auch zu oft Hartman und Bopp. So richtig selbstlos will man sich dann doch nicht aus dem Fokus nehmen.
Und da ich eine Perspektive einnehme, die außerhalb der dargestellten Welt liegt, fehlt mir hier etwas. Man mag es auf die Kürze des Films schieben, aber dass eine Betrachtung der Ursachen nicht einmal angerissen wird, ist irritierend – wohl aber eben nicht Teil von Hartmans Projekt. Auch teile ich seine Ansicht am Ende bezüglich „we would be a different America“ nicht, seine Hoffnung in allen Ehren. Vielleicht bin ich da aber auch zu sehr Pessimist.
Die kurze Doku ist durchaus sehenswert, bietet aber eben nur einen flüchtigen und repetitiven Blick auf ein viel größeres Thema. An dem sich kaum etwas ändern dürfte.