OFDb
Kritik von Dia Noga (Bernd Dötzer)
zu „Scream 7“ (USA, 2026)
- Ohne Spoiler, damit dem zukünftigen Zuschauer alles selbst zu entdecken und zu erleben vorbehalten bleibt. Diese Kritik soll eine Hilfestellung sein, ob der Film sich für den jeweiligen Leser lohnen mag. -
Ich habe den Film gestern im Kino gesehen, die Eindrücke sind also frisch.
Fangen wir mit dem Titel an: "Scream 7"
Der siebte Teil einer Horrofilm-Reihe zu sein sagt zumindest aus, daß die vorhergehenden Teile ihr Publikum gefunden und somit erfolgreich gelaufen sind. Die Erwartung, daß der siebte Teil sich in die Reihe einfügt, erfüllt er:
Die zwei weiblichen Hauptcharaktere, die die Reihe mit prägten (und überlebten) sind wieder da: Sidney Prescott - die weibliche Identifikatuionsfigur der Filme, gespielt von Neve Campbell, und Gale Weathers, die allseits bekannte Reporterin, dargestellt von Courtney Cox! Und auch "Ghost Face", der Killer in der schreienden Totenkopf-Maske, ist - wie das Kinoplakat andeutet - mit von der Partie!
Die erfolgversprechenden Grundzutaten sind somit definitiv am Start.
"Scream 7" ist ernst gemeint, kein Versuch, immer wieder mit Humor der Gewalt etwas Kontra zu geben, um weichzuspülen, was schon die erste Szene klar und deutlich zeigt.
Die Kills sind teilweise sehr blutig und nicht rar gesät, da geht schon was vom Bodycount her. Doch, ich für meinen Teil, hatte einfach Probleme, mit den Opfern mitzufühlen, was für mich wichtig ist, um Horror ernst zu nehmen.
Das Gleiche gilt für die altgedienten Charaktere: Neve Campbell ist zwar oft zu sehen, ihre verkörperte Hauptfigur Sidney und auch die sporadisch auftretende Reporterin Gale wirkten auf mich aber zu aufgesetzt, über den Dingen schwebend, nicht so, daß ich ihnen abnahm, wirklich als verletzlicher Mensch Teil der Handlung zu sein: eine Art Overacting, nicht Realismus.
Die eigentliche Heldin oder Nachwuchs-Scream-Queen des Films ist die Figur der Tatum, Sidneys 17-jährige Tochter, überzeugend portraitiert von der 25-jährigen Isabel May, die zum ersten Mal in der Scream-Saga zu sehen ist. Und sie macht das gut! Sie ist groß, blond, schlank, aber kein Barbie-Girl, sie ist robust, kann einstecken und auch mehr. Sie ist dankender Weise vom Gesicht kein Supermodel, sondern eher die hübsche Nachbarin von nebenan, mit ihr kann man sich arrangieren, sie als glaubhafte Tochter Sidneys annehmen. Wobei ich auch bei ihr gerne etwas mehr Exposition der (Film-)Figur gesehen hätte.
Apropos: Genre-typische plakative Nacktheit und Sex oder eine tiefgründige Liebesgeschichte, die die Identifikation des Publikums mit nachvollziehbaren Gefühlen der Hauptfiguren erleichtern, gibt es nicht.
Sogesehen hat der Film seine Stärken und Schwächen. Jedoch überzeugt der Schluß, bei dem man erfährt, wer wirklich hinter der Maske steckt, überhaupt nicht. Für mich zumindest absolut lächerlich und unglaubwürdig.
Mit seinen 114 Minuten Laufzeit hat der Film eine Länge, die für vieles Platz bietet. Man sollte jedoch, wenn man nicht echter Kenner der Saga ist, sich vorher noch einmal wenigstens den ersten Teil ansehen, da in Scream 7 viele Anspielungen auf das Vorausgegangene vorkommen. Ist aber nicht muß, wäre jedoch hilfreich.
Dieser siebte Film der Scream-Saga kommt definitiv nicht an den ersten Teil heran, der meiner Meinung nach den ungeschlagenen Höhepunkt der Saga darstellt. Jeder andere Zuschauer mag das anders bewerten.
Falls es den ein oder anderen Leser hilft:
Zum Beurteilen nehme ich lieber Schulnoten (1-6) her und da ist z.B. eine 3 befriedigend, für mich also echt in Ordnung.
So gebe ich "Scream 7", dem siebten Film der Saga, eine 3+ (3 plus), somit wirklich befriedigend und wert, ihn als Horrorfan oder zum Zeitvertreib mal anzuschauen.
Nun viel Erfolg beim Abschätzen, ob der Film für Dich, geneigter Leser, tauglich erscheint.