Review

Was wäre, wenn Michael Winterbottom auch die Geschichte um die Geschichte erzählt hätte und nicht nur eine x-beliebige Love-Story in ein - zugegebenermaßen beeindruckendes - optisches Gewand gesteckt hätte?

Warum erfahren wir nicht mehr über die Umstände der angesprochenen Zwei-Klassen-Gesellschaft, Klimakatastrophe, Geburtenkontrolle und Big Brother, der die ganze Zeit Jeden und Alles überwacht? Warum?

Weil sonst ein wahres Meisterwerk hätte entstehen können, dass dem Genre-Klassiker „GATTACA“ in nichts nachsteht! Aus und vorbei. Wir müssen mit dem Vorlieb nehmen, was wir haben, was so schlecht auch wieder nicht ist.

Begleiten wir Tim Robbins und Samantha Morton, das sich als Liebespaar niemals gesucht aber dennoch gefunden hat, was in der schönen neuen Welt jedoch nie hätte passieren dürfen. Schließlich dürfen laut Gesetz Personen, die eine ähnliche DNA-Struktur aufweisen, keine Beziehung miteinander eingehen – Pech gehabt! Verlieben, verloren… Dennoch bricht das Paar den titelgebenden Code 46 und beginnt eine gefährliche Liason.

Wir erfahren zwar zu Beginn des Streifens in Worten und Text über die herrschenden Gesetze, in filmischer Umsetzung hätte ich mir jedoch an passender Stelle Hinweise und Informationen über dieses totalitäre System gewünscht. So aber beschränkt sich der Regisseur auf visionäre Bilder, atemberaubende Einstellungen und ein beeindruckendes Set-Design.
Melancholische Musik (u.a. von Coldplay) begleitet diese Reflektionen, die an mancher Stelle durchaus an der Grenze der Genialität kratzen, aber leider durch Oberflächlichkeit den Sprung zum Meisterwerk nicht schafft.

Als Ergebnis haben wir eine visionäre Zukunftsvision, die weniger inhaltlich dafür optisch und akustisch vollends zu überzeugen weiss. Obwohl diese Merkmale auf kurzweilige Popcorn-Unterhaltung schließen lassen, spricht der Film mit seinen leisen Tönen doch eher das anspruchsvollere Publikum an. „GATTACA“-Fans und aufgeschlossene Science-Fiction-Jünger werden trotzdem ihre Freude daran haben.

Kleine Anekdote zur FSK16-Freigabe: Mit der unerwarteten, detaillierten Unten-Ohne-Einstellung ist Michael Winterbottom wohl die größte Überraschung des Films gelungen – Respekt!
So wird man Samantha Morton wohl so schnell nicht wieder sehen ;-)

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