Code 46
Dystopisches Zukunftsszenario, in dem es um die unerlaubte Liebe geht. Was sich recht schnulzig anhört, entpuppt sich nach betrachten als intelligentes bis anspruchsvolles Liebesdrama. Regisseur „Michael Winterbottom“ der im Filmgeschäft sicherlich nicht unerfahren ist, wollte mit „Code 46“ sicherlich einen Film schaffen der, auf der Liste der Filmkunst eine Berechtigung findet, ob ihn das allerdings mit „Code 46“ gelungen ist, bezweifle ich aus meiner subjektiven Meinung heraus.
Ich bin anfangs mit anderen Erwartungen an den Film ran gegangen, erwartete ich eigentlich einen postapokalyptischen Endzeitfilm. Was ich aber sah, war ein lebendiger Film, der aus heutiger Sicht vielleicht 30 Jahre später in der Zukunft spielt. Keine Roboter, keine Raumschiffe oder Laserwaffen, keine Ruinen oder Überreste eines Krieges. Es wird eine Zeit beschrieben, die der heutigen sehr ähnelt. Etwas schmutziger und in zwei Menschenklassen aufgeteilt. Spätestens hier bemerkt man die philosophische Message, die der Film ausdrücken will. Der Film soll zum nachdenken anregen.
Schauspielerisch sehr gut umgesetzt, hier kann man sich nicht beklagen. Auch die Kameraarbeit und die Bilder spielen in oberster Liga. Doch was dem Film fehlt, ist der zündende Pep und die Hintergrundinfos zum Geschehen. Um was geht es? Um die Überbevölkerung? So schleppt sich der Film gemütlich bis zum Ende, ohne zu zünden. Schade, denn genau diese bisschen „Etwas mehr“, fehlt dem Film, sodass er leicht langweilig und ohne Spannung wirkt. Auch der Erotik Faktor ist nicht vorhanden, da hätte man auch auf die rasierte Mumu von „Samantha Morton“ in einer kurzen Einstellung verzichten können. Immerhin kann die gesamt Atmosphäre Punkten, diese ist wirklich gut umgesetzt.
Zusammengefasst kann man sagen, dass „Code 46“ ein Film ist, der zwar nicht alltäglich ist, aber auch nicht mehr als ein „Liebesdrama“ in nicht all zu weit entfernter Zukunft, der einen zu denken geben will. Nicht mehr nicht weniger. Anschauen kann man sich den Film durchaus, doch sollte man 1 Liter Kaffe bereitstellen, um nicht einzuschlafen, der Film ist etwas anstrengend.
Bewertung: Nicht so ganz mein Geschmack, daher nur 3,6 Punkte.