Leonard Grey ist Hausmeister in der Wohnanlage "Jericho Mansions" die auch schon bessere Tage gesehen hat - genau wie er, denn neben ständig wiederkehrenden Erinnerungsfetzen aus seiner Vergangenheit und Alpträumen, leidet der Mann zusätzlich an Agoraphobie. Mit der Hausbesitzerin Lily Melnick ist er verfeindet und auch sonst hält er nicht sehr viel von den meisten seiner Mitbewohner. Nur mit Donna Cherry und deren kleiner Tochter versteht er sich gut. Plötzlich wird der Mann dieser Dame ermordet und auch Leonard ist verdächtig.
Das große Problem bei der Zusammenfassung dieses Film ist, dass die eigentliche Handlung eher Nebensache ist. Regisseur Sciamma konzentriert sich viel mehr auf Optik und hat sich einige wirklich nette Spielereien ausgedacht.
Das beginnt schon in den ersten Minuten, als die Kamera durch die Rohre und Wände in die verschiedenen Wohnungen fährt und wir damit einen Einblick in das Leben der dort ansässigen Personen erhalten. Diese Spielereien behält er auch den ganzen Film hindurch bei, genau wie vollkommen überzeichnete Farben, die zwar keinen besonderen Zweck zu erfüllen scheinen, aber trotzdem irgendwie zu der Atmosphäre des Streifens passen.
Die Auflösung der Visionen von Caans Charakter, sowie die Präsentation des Mörders sind insgesamt natürlich extrem weit hergeholt, um nicht zu sagen totaler Blödsinn - interessieren aber irgendwie auch nicht wirklich. Schon eher erwähnenswert ist, wie es denn dazu kommt, dass der Hausmeister die Wahrheit entdeckt. (kleiner Spoiler: Schwester der Hausbesitzerin - ein wirklich gelungener Einfall)
Zudem hat sich hier ein recht ansehnlicher Cast eingefunden. Neben James Caan agieren unter anderem Jennifer Tilly (gebt der Frau doch mal eine gescheite Synchronstimme), sowie Genevieve Bujold, die ja bereits in Klassikern wie "Erdbeben" und "Coma" mitspielte.
Fazit: Ein wirklich netter, kleiner Independent-Streifen, von dem ich aber denke, dass er eher Kritikern gefällt. Für die große Masse ist der Film einfach eine Spur zu schräg. Ich lege ihn daher Menschen ans Herz die zum Beispiel „One-Point-Zero" mochten und unserem allseits geschätzten „Zockman„.