Und die nächste RomCom mit einem Schuss Drama…
Sobald in der Genreeinstufung Drama auftaucht, heißt das meistens, dass es kein Happy End gibt, irgendjemand sterben wird oder die beiden Hauptpersonen nicht zusammenfinden. Wie das alles hier ausgeht, ist jedem Zuschauer wohl selbst überlassen. Weder gut noch schlecht – mehr ein offenes Ende. Dafür läuft es davor zu 100% konventionell und RomCom-typisch ab…
Sie scheinen das „perfekte Paar“ zu sein, aber nachdem sie nach dem Schulabschluss zusammengezogen sind, läuft es immer schlechter in der Beziehung von Drew (Martin Henderson, „Torque“) und Julia (Piper Perabo; „Lost & Delirious“, „Coyote Ugly“). Sie wollte ursprünglich einen Job weit weg von ihrem Freund annehmen, zieht ihm zuliebe aber doch mit ihm mit und sucht sich notgedrungen einen neuen Job. Während Drew sich in seinem Beruf gut einlebt und Freunde findet, läuft es bei Julia deutlich schlechter. Sie findet einfach keine Arbeit und heult sich bei ihrer Nachbarin Elyse (Jennifer Tilly, „Cord“, „Seed of Chucky“) aus und fragt sich, da Drew sie immer unbeachteter lässt, ob es das wirklich wert war…
Ich habe oft das Gefühl, dass man für eine RomCom immer nur ein Review braucht, in dem man dann einfach ein paar Namen austauscht. So erging es mir auch bei „A Piece of my Heart“. Der Film folgt dem bekannten Schema mit den bekannten Beziehungsproblemen und das macht die Sache für Fans dieses Genres etwas langweilig, aber die dürften das gewohnt sein. Hasser hingegen werden auch bei diesem Film ihren Ärger über das Gesehene kundtun. Die vorhandene Romantik und der leichte Hauch von Kitsch machen das ganze nur für beinharte Fans erträglich. Leider gibt es aber auch hier keinen Plottwist, der den Zuschauer überrascht. Der einzige Twist kurz vor Ende ist, dank des obligatorischen Ich-trete-in-jeder-RomCom-nach-ca.-3/4-des-Films-auf-Problems, absehbar, wird aber zu schnell für das mehr oder weniger glückliche Ende hergegeben (der Zeitsprung von drei Jahren am Ende ist sehr hart, aber nicht vermeidbar, da man das Ende wohl so positiv wie möglich gestalten wollte).
Der dramaturgische Aspekt wiegt hier ähnlich stark wie der humoristische, da mancher Witz eingeflochten wird und es wenigstens nicht ganz so trocken runtergespult wird.
Auch die Schauspieler passen in die Rollen und die Chemie, die in solch einem Film einfach stimmen muss, zwischen Perabo und Henderson stimmt erfreulicherweise auch. „Das perfekte Paar“ sind sie ganz sicher nicht, auch sie streiten des Öfteren, aber dieses gibt es ja auch schließlich nicht. Aber immerhin sind sie so sympathisch, dass man sich gerne 90 Minuten mit ihnen durch ihr Leben lebt. Henderson hat da zwar noch einen gewissen Anteil „unsensibles Macho-Arschloch“ in der Rolle, aber Perabo als liebenswert-romantische Beziehungsretterin gibt sich Mühe, das Beste aus der Beziehung zu machen.
Schließlich, nachdem sie sich natürlich gestritten und getrennt haben, trennen sich die Wege. Erst Jahre später trifft man sich mal wieder– wie es jetzt weiter geht, weiß niemand; wie im richtigen Leben. Aber solange die Liebe und die Hoffnung, dass es besser wird, besteht, sollte man es versuchen, selbst wenn man weit weg von „perfekt“ ist.
Macht also einen grundsoliden Genrevertreter für Leute, die damit was anfangen können und nicht bei jedem Tropfen Romantik das Kotzen kriegen. Viel Rom, ein Teil Com und mittelmäßig viel Drama gepaart mit guten Schauspielern. Wer's mag...