Review

AnimalVatar

„Hoppers“ wirkte in seinem Marketing und dem filmtechnischen Vorgeplänkel auf mich lange Zeit gar nicht wie ein ausgewachsenes Disney/Pixar-Vehikel. Zu leise, zu unter'm Tisch gehalten, zu dezent, zu austauschbar. Eher wie ein Lückenfüller für den Jahresbeginn als ein Sommerblockbuster für die ganze Familie. Ganz locker hätte das von seiner Wirkung und auch seiner Prämisse ebenso ein kleineres und weniger prestigeträchtiges Animationsprojekt von Sony, DreamWorks oder gar Netflix sein können. Doch nun in seinem Releasezeitraum entwickelt sich „Hoppers“ ein wenig zum Sleeperhit, qualitativ sowie von seinen Besucherzahlen, zumindest bezogen auf das Niveau der letzten Jahre von Pixar. Das sind jedoch nur pressetechnische, monetäre und relativ unnötige Beobachtungen und Einordnungen, die natürlich nahezu nichts mit der Filmqualität an sich zu tun haben. Und die ist erfreulich hoch! Erzählt wird in „Hoppers“ von einem jungen Mädchen - tierlieb, idealistisch, energiegeladen und naturbezogen - die ihr Bewusstsein durch eine neue Technik in einen Roboterbieber versetzen lässt und einige neue Erkenntnisse über die Natur und die Gemeinschaft aller Lebewesen lernt… 

Der düsterste aller Pixars?

„Hoppers“ liest sich wie gesagt, besonders für Pixarverhältnisse, extrem generisch und wiedergekaut. Von der avatar'ischen Technik über einen disneytypischen „Omaverlust“ in der ersten Viertelstunde oder der Message, dass Zusammenarbeiten allen hilft und alle im selben Boot sitzen. Selbst einige erstaunlich dunkle „Tierhorroranspielungen“ hätte man sich schon vorher in sein Tippspiel eintragen können. Und dennoch hat mich „Hoppers“ als Gesamtpaket massiv positiv überrascht und sehr gut unterhalten. Ja, auch berührt und Gedanken angeregt. Er hat enorm düstere und reife Parts. Vor allem vor eine Version seines „Bösewichts“ wird einigen Kindern ein paar schlaflose Nächte oder zumindest Alpträume bescheren. Gut so! Seine Aussagen sind zudem zeitlos und wahr und gut. Gut, nicht nur gut gemeint, das muss man betonen. Dazu einige echt witzige Momente, ein Herz am rechten Fleck und kein allzu erhobener Zeigefinger zu irgendeiner „Seite“. Fertig ist vielleicht kein waschechter Pixar-Instant Classic wie in alten Zeiten. Aber ein verdammt launiger Animationsfilm mit Mehrwert, starker Optik und knuffigen Sidekicks. Ich musste ihn leider in (mal wieder zu dunklem) 3D und auf deutsch mitsamt ätzenden Influencern auf der Tonspur und anderen „Nicht-Synchronsprechern“ gucken, die womöglich schlimmstmögliche Kombination. Aber selbst das waren nur Lackschäden. „Hoppers“ war eine bibergeile Party! 

Ideale und Realität

Fazit: Ich glaube „Hoppers“ könnte einer der unterschätzteren Pixarfilme werden… Mich hat er angefixt, abgeholt und angefasst. Das hatte ich in dieser Klarheit nicht erwartet. Umso schöner ist das. Vielleicht sogar das beste Pixaroriginal seit „Luca“. 

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