Ray hat viel vor, wenn er in Rente geht. Davon erzählt der animierte Kurzfilm „Retirement Plan“ von John Kelly. In wenigen Minuten erfährt man über Rays Pläne, erzählt von Domnhall Gleeson und eingefangen in kurzen Sequenzen. Ray will eine andere Sprache lernen, wandern gehen, sich gesünder ernähren, mehr reisen und einiges mehr. Das klingt zunächst banal, doch mit jeder weiteren Aufzählung, mit der schieren Masse an Vorhaben schleicht sich immer mehr eine weitere Frage in das Konstrukt mit ein. Nicht die, was Ray alles machen will, wenn er, wie er meint, später die Zeit dazu hat.
Wobei das durchaus witzig und kurzweilig inszeniert ist. Die Ideen sind nachvollziehbar, gehen auch mal einen Schritt zurück und bergen Humor und Selbstreflexion. Eingefangen in einen für mein Empfinden recht groben Stil, der wenig virtuos und dennoch ausdrucksstark ist, da hier so grundlegende Absichten verhandelt werden, dass man selbst sofort einen eigenen Gedanken dazu hat.
Sicherlich auch dazu, was man selbst denn mal macht, wenn man die Zeit hat, wenn ein vergleichbarer Lebensabschnitt beginnt. Aber das ist, wie erwähnt, wohl gar nicht die Frage. Denn diese lautet: Was ist mit dem Leben davor?