Die „Thorny Roses“, das nur aus Frauen bestehende Female Commando der Flying Tiger Squad, steht kurz vor der Auflösung. Amy [ Sandra Ng ] hat sich von ihrem Mann Lou Nan-pin [ Billy Lau ] scheiden lassen und einen Sohn mit dem Polizeichef gezeugt, den sie aber alleine aufzieht. Nan selber wurde Sportlehrer an der Schule ihres Sohnes, um auf beide eine Auge zu werfen. May [ Kara Hui ] befindet sich in der Psychiatrie als Patientin und andere sind entweder gerade schwanger oder ins Kloster eingetreten. Einzig Madam Lee [ Moon Lee ] und ihre Kollegin Ann [ Joanna Chan ] halten noch mühsam die Stellung, werden aber von einer schiesswütigen Gang mächtig unter Druck gesetzt; zudem steht die Übernahme durch das Gift-edged Commando von Madam Yang [ Cynthia Khan ] an...
Vierter Teil und Abschluss der Inspector wears Skirt Reihe, die ähnlich wie bei den Amerikanern die Police Academy Teile funktionierte. Die Zielgruppe könnte sogar die gleiche sein, beide Sagen schwelgen auch nicht gerade in Lobeshymmnen; was vor allem daran liegt, dass man statt den richtigen Ton eher auf die Nerven trifft. Klamauk wird hier wie dort gross geschrieben; die Lust an ständigen Faxen drückt sich meistens in lauten, derben Gags aus, die allesamt nicht so wirklich zünden und schon gar nicht in jeder Gemütslage willkommen sind.
Das Setting selber könnte jedes Mal auch einen ernsten, knochentrockenen Actionreisser abgeben, aber wird mit agierenden Comicfiguren, Parodien und Witzen rund um den niederen Geschmack derartig voll gestopft, dass man schon gewisse Neigung dafür mitbringen muss; am besten in rauen Mengen.
In Unkenntnis von Teil 2 und 3 gilt das allerdings nur für den vorliegenden Film, der auch als überdrehtester der Tetralogie verschrien ist. Stammregisseur Wellson Chin und Ideenlieferant Abe Kwong als eingespieltes Team gehen wahrscheinlich davon aus, dass die nötigen Makros beim Publikum [ Gibt es denn eine treue Fangemeinde? ] mittlerweile bereits vorhanden sind, und kümmern sich dementsprechend einen Nichts um die Verständlichkeit oder einen gemässigten Rahmen ihrer Pointen.
Als selbst berufene Dienstleister am Unterhaltungswert treiben sie den Schabernack in ungeahnte Höhen; wer den berüchtigten HK – Humor fürchtet, bekommt hier seine volle Breitseite ab. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn die wenigen Reize der Gags nicht zuhauf durch wiederkehrende Programmstrukturen noch weiter vertrieben, da übertrieben werden. Bei der vierten Anwendung in Folge wirkt das Procedere dann nämlich doch ein bisschen nervig; zumal man aufgrund von eingebauten Variationen mit Wiederholungsschleifen den Witz trotz der Hysterie immer auch kommen sieht. Sporadische Dreharbeiten fanden jedenfalls sicherlich nicht statt. Und funktioniert etwas mal hervorragend – die Police Story Anspielung mit dem Bus – wird es natürlich prompt totgeschunden.
Dabei wird eine zündende Geschichte vergessen und sich auch plotmässig rein in Vorhersehbaren ergangen: Versuchte oder erfolgte Rekrutierung ehemaliger Mitglieder, dann erneutes Training samt Reibereien mit der Konkurrentin Yang und am Ende natürlich eine gemeinsame Aufgabe in der Realität, die mit vereinten Kräften bewältigt wird.
Eine dramaturgische Professionalität ist dabei zwar vorhanden, aber kommt nicht wirklich zum Tragen, weil es eben auch nur auf den Aufbau einer Nummernrevue, einer Sketchparade angepeilt wird.
Auswahlprobleme hatte man wahrscheinlich auch bei den Darstellern; mit den fortlaufenden Sequels sind nach und nach die Hauptdarsteller abgesprungen, wobei fraglich wäre, ob eine Cynthia Rothrock [ Teil 1 Top Squad ] oder Sibelle Hu [ Teil 1 - 3 ] derartig aberwitziges Minenspiel aufbringen können und ob man so was von denen überhaupt sehen will. Die Antwort lautet zumindest auf die zweite Frage natürlich „Nein“; weswegen man auch froh ist, dass zumindest Cynthia Khan sich hierbei zurückhält und auch eine Kara Hui noch wenigstens so etwas wie Würde bewahren kann. Gerade Moon Lee als Hasenfuß und Nichtskönnerin ist hierbei komplett fehlbesetzt und wirkt letztlich sogar unsympathisch; was schon ein starkes Stück ist. Billy Lau und Wu Fung gehören zu den unlustigsten Schauspielern HKs und Sandra Ng ist ernst – oder wenigstens subtil - auch bei weitem besser als aufdrehende Komikerin.
Als Output-Legitimation für den Film gilt dann natürlich die Action, die als einziger Hoffnungsträger fungiert und seine Sache auch recht gut macht; wenn man sie einmal lässt. Das Tempo mit drei bleispritzenden Szenen in der ersten Viertelstunde hält man natürlich nicht durch; erst in der finalen geht es noch einmal zur Sache. Bei beiden gilt, dass Action Director Alan Chui zwar gegen das störende Maintheme, einigem Gimmickschnickschnack [ Raketenstiefel, menschliche Kanonen ] und noch weiteren lähmenden Elementen angehen muss, aber trotzdem genug Effektivität erreicht; was dann schon beinahe ein kleines Wunder ist. Wirklich empfehlen kann man auch sie nicht, weil trotz auch vorhandener Gewalttätigkeit der Gesamtkontext ja einfach viel zu kindisch ist.
Deswegen ist auch das vernichtendste Urteil das, dass der Film so gar keine Lust auf die Vorgänger macht.