Es gibt Horrorstreifen, die im Vergleich zu etwas reißerischeren Werken wie „Das Omen“ oder „Wiege des Bösen“ seinerzeit ein wenig untergegangen sind. Denn etwas ruhiger kommt Peter Medaks „Changeling“ daher und weiß vielleicht gerade deshalb zu überzeugen.
Musiker John Russell zieht sich nach dem tragischen Unfalltod von Frau und Kind in ein altes Landhaus zurück. Doch die Ruhe hält nicht lange an, es beginnt zu spuken und eine verlorene Seele scheint ihm etwas mitteilen zu wollen, so dass John Nachforschungen anstellt. Die Aufklärungsarbeit führt ihn in den Kreis von ranghohen Politikern.
„Das Haus ist nicht geeignet, niemand kann darin leben, es hasst Menschen.“
Medak fährt die konventionelle Spukhausschiene und nicht selten fühlt man sich an „Bis das Blut gefriert“ erinnert.
Eine Spieluhr, ein Ball, der die Treppe herunterhüpft, ein Rollstuhl, der sich von Geisterhand bewegt – alles schön klassisch, aber nie vordergründig oder gar überladen. Die Spannungskurve zieht stets ein wenig an und atmosphärische Gänsehautmomente, wie bei dem Betreten des verschlossenen Zimmers im Obergeschoss finden sich recht viele.
Besonders positiv hervorzuheben ist die variable Kamera und der treffsichere Score, der die Spannung in entsprechenden Momenten zusätzlich ansteigen lässt.
Die Geschichte war auch 1980 nicht mehr neu, aber wenn man diese ansprechend verpackt, kann man ihr auch nach vielen Jahren noch etwas abgewinnen und die grundsoliden schauspielerischen Leistungen geben ihr Übriges dazu, dass man diesen klassischen Grusel als durchaus gelungen werten kann.
7 von 10 Punkten