Sehr schöner Samuraifilm, über die Zeit des Umbruchs im Japan des 19. Jahrhunderts.
Inszeniert mit Liebe zum Detail, hat mich der Film optisch beeindruckt. Ein schönes Setting (wunderbar gestaltete Dörfer) und auch die Authentizität (z.B. Seppuku-Ritual), die der Film ausstrahlt, gefallen. Sowohl dem geneigten Japanfan, als auch dem Kenner.
Ein Effektespektakel sollte man jedoch nicht erwarten, da
Mibu Gishi Den eher mit einer tollen Geschichte versucht zu überzeugen, denn mit allzu opulenten Bildern.
Das gelingt dem Film auch.
Mit einer Laufzeit von über zwei Stunden, wird es nie langweilig. Viel zu sehr ist man damit beschäftigt, der Geschichte zu Folgen. Ein wenig Zeit braucht man allerdings schon, um ein Soziogram entwickelt zu haben, da es dem Film an Charakteren nicht mangelt.
(Aufgrund der japanischen Namen, könnte das für den "Otto-
Normal-Filmkonsumenten", zu einem relativ schweren Unterfangen werden.)
Das Erzältempo der Geschichte ist mäßig, man muss aber doch eine gewisse Konzentrationsfähigkeit mitbringen, um den Anschluss nicht zu verlieren.
Für Fans von traditionellen Schwertkämpfen gibt es ein paar nette Actionsequenzen, welche aber nicht an jene von Klassikern wie Sanjuro oder Yojimbo heranreichen.
Hier fließt dann auch Blut. Leider ausschließlich (soweit ich das erkennen konnte) per CGI animiert. Stellenweise zu stark sichtbar.
Wenn man aber über solch kleine Schönheitsfehler hinwegsieht und den Samuraiflim schätzt, wird man bei Mibu Gishi Den voll auf seine Kosten kommen.
Fazit: absolut sehenswert und als kleiner Geheimtipp zu werten