Review

Die klassischen Ermittlerinnen und Ermittler scheinen einen kleinen Boom zu erleben. Nie zuvor gab es derart viele Hörspielserien mit Sherlock Holmes und auch „Einladung zum Mord“ geht nach 2023 in die zweite Runde. Der Umzug von London nach Kairo lenkt immerhin ein wenig davon ab, dass der Fall nicht allzu viel Raum zum Miträtseln bietet.

Kairo 1934: Nach einem gelösten Verbrechen zieht es Hobbyermittlerin Miranda in die Hauptstadt Ägyptens, wo sie vom britischen Botschafter, gemeinsam mit einer Handvoll illustrer Gäste eine Einladung zum Diner erhält. Kurz darauf wird die Sekretärin des Botschafters ermordet aufgefunden. Einmal mehr nimmt Miranda die Ermittlungen auf…

Da ein Großteil des Geschehens tatsächlich in Ägypten gedreht wurde, funktioniert die Zeitreise in exotische Gefilde ziemlich gut. Das Setting der 30er überzeugt mit vielen Details und ein Ausflug zu den Pyramiden ist natürlich obligatorisch. Um die potenziellen Verdächtigen im Vorfeld zu durchleuchten, lässt man sich beim gemeinsamen Abendessen ein wenig Zeit, allerdings gibt es im Kern nur fünf, die sich zur fraglichen Zeit in der Nähe des Opfers befanden.

Vielleicht hat man deshalb versucht, die eigentliche Tat mit einem politischen Hintergrund zu versehen, der einen Zusammenhang mit Naziaktivitäten ergibt. Auch dieser Aspekt lenkt ein wenig vom eigentlichen Whodunit ab und der Tatsache, dass Miranda bei den Ermittlungen nicht viele Anhaltspunkte serviert bekommt. Folgerichtig flacht die Dynamik im Mittelteil ein wenig ab und es braucht ein paar Anleihen in Richtung Indiana Jones mit einigen Geheimmechanismen, um dem Treiben einen abenteuerlichen Anstrich und damit etwas mehr Bewegung zu verleihen.

Letztlich läuft die Chose natürlich auf die allumfassende Zusammenfassung der Tat vor versammelter Mannschaft hinaus. Es gibt nachvollziehbare Schlussfolgerungen, jedoch keine Rückblenden, da der Fall in seiner Simplizität recht klar auf der Hand liegt. Auch insofern bleibt der Spannungsgehalt während des Showdowns eher überschaubar.

Dennoch lässt sich dem klassischen Krimitreiben ein gewisser Charme nicht absprechen. Mischa Barton mimt die Ermittlerin zwar nicht mit allzu markanter Präsenz, doch das Zusammenspiel mit der treffenden Besetzung erweist sich im Verlauf durchaus als Pluspunkt.
Gleichermaßen erhalten Freunde klassischer Krimikost erneut ein kleine Hommage an Agatha Christie und obgleich das Rätselraten überschaubar bleibt, kann man den Streifen als kleine Zwischenmalzeit bedenkenlos mitnehmen.
6 von 10
 

Details