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Der Einsiedlerkrebs in der Statham-Filmografie

Nach Jahren der eher überdrehteren und comichaften Statham-Vehikeln kommt er nun, selbstredend noch im dadfilmfreundlichen ersten Jahresviertel, mit „Shelter“ um die Ecke, einem eher geerdeten und ruhigeren Actionthriller, wo er als Inseleremit mit dubioser Militärvergangenheit ein junges Mädchen aus den stürmischen Fluten rettet und damit eine Kettenreaktion auslöst, die ihn brutal aus seiner Einsamkeit und Untätigkeit reißen wird, wenn ihn vergangene Schatten und Sünden einholen - und er nun mehr denn je etwas hat, für das es sich zu kämpfen lohnt…

Die Rechnung von „Shelter“ ist simpel, Actiongrundschule sozusagen, funktioniert aber heute genauso wie in den 90ern oder den 70ern. Ein-Mann-Armee entdeckt Vatergefühle - und lässt dann dennoch noch einmal der Ein-Mann-Armee freien Lauf. Alles auf steinigem Boden, mit schottischen Stürmen und geheimen Organisationen im Hintergrund, deren gesichtslose Handlanger und Mitglieder man gerne auseinandergenommen sieht. Solide choreographierte Action, gar nicht allzu zimperlich. Der Ausgang der Lage steht nie in Frage. Statham kommt nie richtig in Rage. Fertig ist zumindest ein bisschen mehr als Staffage. Keine filmische Blamage. 

Fazit: Der gefühlvollere Einstieg und die fast väterliche Beziehung zu dem Mädel zeigt eine schöne neue Seite von und für Statham und hebt „Shelter“ etwas über sein sonst oft gesehenes Actiongehege. So richtig weit über das Niveau eines soliden „Bügel- und Abendessenactioners“ kommt „Shelter“ jetzt aber auch nicht. Er zeigt jedoch immerhin Nuancen von Engagement, Anspruch, Abwechslung und Anspannung. 

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