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Fans von Jason Statham wollen den britischen Actionstar gewiss nicht in einer romantischen Komödie sehen und so fungiert er einmal mehr als Ein-Mann-Armee, um den Begriff der Schutzbefohlenen ein wenig neu zu definieren.

Mason (Statham) lebt isoliert auf einer Leuchtturminsel mit seinem Hund. Vagen Kontakt hat er lediglich zu der heranwachsenden Jessie (Bodhi Rae Breathnach), die ihn regelmäßig mit Proviant versorgt. Nachdem er das Mädchen eines Tages aus tosenden Wellen retten konnte, wird der MI6 auf ihn aufmerksam. Manafort (Bill Nighy), der einst eine geheime Elite-Einheit um Mason bildete, setzt sogleich Spezialkräfte auf den Totgeglaubten an…

Das betont ruhige Vorspiel in isolierter Zweisamkeit war gewiss eine Herausforderung für Statham, der seine desillusionierte Mine hinter einem Vollbart versteckt und passend dazu Hochprozentiges schlürft und Schach spielt. In der ersten halben Stunde beweist Nachwuchsdarstellerin Breathnach bereits ein nuanciertes, recht präsentes Spiel, womit sie ihrem Kollegen speziell in der Einführungsphase die Show stielt. Ihre Figur sorgt aber auch für die notwendige emotionale Bindung, die für den Verlauf nicht unerheblich ist.

Denn Mason ist bereits auf der Insel auf das Eintreffen einer Spezialeinheit gewappnet und sobald man das Festland betritt, schaltet der Stoff gleich zwei, drei Gänge höher.
Allerdings bleibt das Geplänkel innerhalb des MI6 austauschbar bis unglaubwürdig und während Überwachungskameras dazu führen, dass Einheiten binnen Minuten einen Aufenthaltsort erreichen, bindet dies immerhin einige Schauplatzwechsel ein.

Angenehm altbacken werden im Verlauf einige Schusswechsel und knackige Fights in Szene gesetzt, etwas aufwendiger gestaltet sich eine Hatz mit Autos über schlammigen Waldboden, während es in einem Club zu Konfrontationen auf engem Raum kommt und auch mal Kollateralschäden in der Schusslinie stehen. Auch mit Ende 50 erweist sich Statham als topfit, der einen Großteil der Stunts selbst absolviert.

Trotz der gebotenen Abwechslung bleibt die Geschichte austauschbar und gegen Finale fällt dem Stoff leider nichts Überraschendes mehr ein, zumal der Showdown eher ein wenig oberflächlich und ohne Verve abgehandelt wird. Ohnehin gibt es in diesem Zusammenhang keine Auflockerungen oder gar Humor, dafür aber solide, kurzweilige Action mit Statham, auf die man sich weitgehend verlassen kann.
6,5 von 10


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