Review

Die Schauspielerin Clara, die gerade erst eine Geburt hinter sich hat, weigert sich am Premieren-Abend ihres neuen Theater-Stücks aus der Garderobe zu kommen, phantasiert in ihrem Wahn, dass Käfer unter ihrer Haut krabbeln und greift deshalb irgendwann zur Schere... Die im Titel angesprochene Liebe zur Amputation eigener Gliedmaßen gibt einem schon früh einen Hinweis darauf, worauf dieses nicht einmal zehnminütige, spanische Short-Movie schließlich hinauslaufen wird, aber weniger wirkungsvoll ist das Ganze trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit nicht geworden. Regisseur und Drehbuchautor Jano Pita erledigt 'nen guten Job, wenn es darum geht, in kürzester Zeit eine beklemmende und unanangenehme Atmosphäre zu erzeugen und die geschilderte Situation flott in ein reines Horror-Szenario kippen zu lassen, bei dem auch das recht graphische, finale Splatter-Set-Piece dank guter (handgemachter) F/X-Arbeit wie beabsichtigt wirkt und einem in die Magengrube fährt. Das alles ist mehr als solide gespielt und eigentlich ist "Apotemnofilia" als kleiner Snack, der die Geduld des Zuschauers nicht über Gebühr strapaziert, in Sachen Body-Horror auch allemal die bessere Alternative zu dem weithin überschätzten und breiig in die Länge gezogenen "The Substance", bei dem man irgendwann das Gefühl hatte, dass der Mist niemals enden würde. Fazit: Innerhalb der spanischen Kurzfilm-Szene kein zweiter "Aftermath", aber ein Blick ist drin...!

7/10

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