Letztes Jahr nimmt Maria hart
Dass sich Arthouse und Shockvalue nicht ausschließen müssen beweist der ganz bewusste Tabubrecher „Rosebush Pruning“, in dem wir einer ultrareichen, ultrafaulen und ultrapervertierten amerikanischen Familie folgen, die in Spanien lebt und sich mit ihrem eigenen Erbgut - seelisch wie körperlich! - herumschlägt…
Rosen die pieksen, beißen sich
„Rosebush Pruning“ ist ein eleganter, ja fast arroganter Genrebastard. Und das steht ihm gut! Edel MUBI-produziert, das spürt man. Auch vom Land NRW teilfinanziert - kein rausgeschmissenes Geld, würde ich behaupten. Sets, Sex, Sinnlichkeit. Cooler, pushender Soundtrack. Bittersüß. Kaputt, krank, (nicht zu) krampfhaft. Missbrauch, Marken und Märchen. Gekipptes Melodrama. Faulende Fruchtbarkeit. Elle Fanning ist ein ganz wunderbares, einzigartiges Früchtchen zum Anbeißen. Die Herren sind aber allesamt auch nicht ohne. Natürlich nur mit strahlend weißen Zähnchen. „Rosebush Pruning“ ist an den richtigen Stellen getrimmt. Dickpics & Dark Darlings. Katalonien ist ganz wunderbar. Die Farben leuchten. Visuelle Opulenz. Das queere Kino pulsiert. Mysteriös, magisch, manisch.
Inzest im Test
Fazit: Blut ist sicker als Wasser. Geschwisterliebe, Geschwistertriebe, Geschwisterhiebe. Stylisch, pervers, tabulos. Recht reizend. Pepperburn.