Sich für ein Spielfilmdebüt in die 80er zu versetzen ist ein ambitioniertes Unterfangen und mindestens vier bekannte Gesichter für die Besetzung zu ergattern absolut respektabel. Doch wer der Coolness von Tarantino und Rodriguez nacheifert, ist nahezu grundlegend zum Scheitern verurteilt.
1986: Fox (Kiernan Shipka) löst sich von ihrer drogenabhängigen Mutter und lässt ihre kleine Schwester schweren Herzens zurück. Sie landet bei der Drogenbaronin Goldie (Krysten Ritter) und deren Gangsterkommune, welche Geschäfte mit dem korrupten Cop Breaker (Kiefer Sutherland) betreibt. Als Fox in Ungnade zu fallen droht, klaut sie einen versteckten Koffer und flieht…
Eine in Neonfarben getauchte Rollschuhbahn ist vielleicht nicht gerade das Aushängeschild der 80er, aber sie markiert zumindest einen Schauplatz, den es in dieser Form weder davor noch danach gab. An anderen Stellen fällt die Ausstattung weit weniger nostalgisch aus, da man sich auffallend wenig Mühe mit Frisuren, Kleidung und Requisiten gab und selbst die Songauswahl ist mit Bands wie Smokie eher in den 70ern angesiedelt.
Jedoch finden sich innerhalb der illustren Konstellation durchaus Sympathieträger wie ein marokkanischer Kampfsport – und Actionfan, eine ehemalige Militärärztin und ein neuer Cop (Jamie Chung), welcher sehr zum Missfallen des Etablierten viel Enthusiasmus an den Tag legt. Bei alledem ist Sutherland als Breaker jedoch eine Nummer für sich, da er so ziemlich alle Klischees eines korrupten Gesetzeshüters in sich vereint und dies in nahezu jedem Moment zum Ausdruck bringt.
Leider bleibt der titelgebende eiskalte Fuchs tatsächlich relativ unnahbar, obgleich Shipka mit ihrem genau abgestimmten Spiel zwischen Rebellion und Verletzlichkeit einen nach außen hin spannenden Charakter zeichnet. Doch ihre Figur macht kaum eine Entwicklung durch und entsprechend verliert der Stoff zwischenzeitlich ein wenig den Faden, spätestens, wenn er sich in visuell psychedelisch anmutenden Gefilden austobt. Demgegenüber fällt die Action wahrlich mau aus.
Jene wird erst zum finalen Akt für einige Minuten bedient und umfasst lediglich kurze Auseinandersetzungen, die kaum Schauwerte liefern. Zwar beinhaltet der Showdown einen kleinen Twist und die Chose mündet versöhnlich, doch in Sachen Spannung wäre durchaus mehr drin gewesen. So bleibt der Streifen trotz starker Besetzung und einiger sympathischer Momente ein storytechnisch unausgewogener Versuch eines Action-Thrillers im Retro-Stil, der in den entscheidenden Momenten zu wenig Humor liefert, um inhaltliche Schwächen auszubügeln.
5,5 von 10