Beizeiten geschmähter bis dann auch regulär verrissener dystopischer Actionthriller (Alternativtitel: Kill Code) mit einem saftigen Anteil an KI-generierten Szenen, trotz der B-Picture Besetzung von der Klientel und dies nicht zu Unrecht eher verabscheut bis gemieden. An produzierenden Studios einerlei, eine Texttafel die Zerstörung die Erde bzw. der Menschheit kennzeichnend, eine regnerische Nacht und eine Flucht und Verfolgung als Einleitung. Die Effekte durchaus erfolgreich im Sinne der Erschaffung einer neuen, einer anderen Welt, ein Mischmasch aus Science-Fiction und Post-Apokalypse, die Vermischung realer Szenen und generierter, eigener Ideen und fremder, handgemachter Tätigkeiten und sich rein am PC ausgedachter. Ein Toter gleich zu Beginn, ein Schusswechsel in den Nebenstraßen, der Sinn fraglich, die Inszenierung genreüblich erstmal, das Schinden von Eindrücken und Ausdrücken, dazu die Ansprache eines Führers, Amerika mit am Ende hier, ein Abzeichnen zeitgenössischer Mechanismen und Manierismen:
In einer zukünftigen Zeit ist die USA nach einem Bürgerkrieg in vier Quadranten aufgeteilt. In New Texas übernimmt ein mächtiger Konzern namens Alpire Industries mit dem sogenannten Onyx-Programm Kontrolle über das Gefängnissystem. Häftlinge wie Daxon [ Joseph Julia Soria ] erhalten gefährliche KI-Uhren und werden gezwungen, einander zu jagen, um ihre Freiheit zu erlangen. Die Überlebenden fungieren als neues Gesetz und vollstrecken Strafen, um wieder in die Gesellschaft integriert zu werden. Die kybernetisch verbesserte Agentin Elera [ Franzi Schissler ], Tochter von Sawyer Bennett [ Brett Cullen ] versucht, zusammen mit Kyron [ Jacob Artist ], das von Eion [ Harvey Keitel ] geführte und Lucas McNary [ Tyrese Gibson ] unterstützte System von innen heraus zu zerstören.
Blut spritzt bald und überaus grafisch, ein Kopfschuss dargereicht, eine Exekution Knieender und Verhüllter Menschen, vom D-Day gesprochen, die Dialoge verkrampft und verquast und verquatscht. Gerade Keitel ist als Erzählerfigur mit zahlreichen schwerfälligen Wortfetzen dargereicht und geplagt, mit dem Ablesen von Zwischentitel, die Unterschiede in den Bildern deutlich, das Nutzen von realen Aufnahmen, von Nachrichtenbildern, von programmierten Einführungen und tatsächlich gefilmten Geschehen, ein großer AI-Slop zuweilen, dann wieder das B- bis C-Picture mit entsprechender Besetzung, mit geeigneten Casting. Die Einführung schon lose und verwirrend und schwer zu fassen, "What Am I Looking for?", die Gespräche wenig hilfreich, Wortfetzen und verbale Unsicherheiten und Gesprächslosigkeit und Interessenlosigkeit auch aufgrund der Herangehensweise der Filmemacher hier, keine haptische Erschaffung einer Welt, sondern das Ausruhen auf gestohlener Kreativität. Viel Abschaum wird hier gezeigt und Schmuddeligkeit, viel Unrat und viel Gewalt, das Verbrühen eines Mannes mit kochendem Wasser, das Ausschießen eines Auges von hinten, der grelle Lichtblitz in den Pupillen, dazu das Bedienen eines ganzen Genres fern eines Verständnisses dessen. Zwischendurch werden mal einige Handlungsszenen dargeboten, die sehen aus wie beim Rene Perez, genauso gestellt und genauso unecht, Erinnerungen sollen das darstellen an eine bessere Vergangenheit; ansonsten eine weitgehend lose Aneinanderreihung von Grafiken und Sequenzen, von einem Unlogischen und Unerklärbaren zum nächsten, die ganze Umgebung eine tödliche Bedrohung scheinbar, kein Erzählvermögen, nur eine Textierung.
Chaos auf den Straßen und Tod und Gewalt, eine durchgehende Unmenschlichkeit hier gezeigt, ein allgemeiner Lockdown an Sympathie und Empathie, eine Gefühllosigkeit, dazu Splattereffekte, die überdeutlich künstlich sind und dennoch abstoßend in ihrer Addierung. Ein Vorgaukeln von Filmemachen, kein narratives oder dramaturgisches Vermögen, zwischendurch einige bekannte Darsteller anwesend, der Gibson mit einer Anmachrede, ein paar Sprüche für die Kamera, dazu etwas politischer Subtext, der zu erraten ist und zu identifizieren, "What are you Talking About?", viel Ominöses hier, viel Nebulöses, keine Figurenzeichnung, nicht einmal eine Vorstellung, "What do you think?", von der Verschwörung wird gesprochen, ein Schutz angeboten, vor was auch immer, vor wem auch immer. Die Effektmaschinerie der Künstlichen Intelligenz in Einzelmomenten durchaus beeindruckend, aber immer hervorstechend aus dem 'Fluss' der Erzählung, aus dem 'Rhythmus', tatsächlich leblos wirkend auch und ohne Integration. Eine Erzählführung ins Nichts und Nirgendwo, zwischendurch Fremdwörter und Flüche, Namen, die man zuvor noch nie gehört hat und später auch nicht mehr, dazu ein 'Geschichte', die im Mittendrin angefangen hat und auch dort bleibt und sich nicht entwickelt im dramatischen Sinne und Verständnis. Kampfaktionen in einem Club plötzlich sind stumpf und steif, dazu erst eine Abnahme von Gegenständen und eine Wiedergabe, ein langgezogener wirrer Diebstahl aus Die Klapperschlange, Blade Runner, Strange Days, Gamer und Co., laut und lärmig, aber ohne eine Montage, dafür mit zerfließenden Köpfen. Ein negativer Gewaltfetisch des Regisseurs, der sich bei seinen Werk hier eher an Kollegen wie Jon Keeyes und Co. hätte orientieren sollen, an dessen The Survivalist (2021) zum Beispiel oder auch an Niederen wie Fansun Nije (und dessen Last Man Down, 2021), dort ein Bemühen wenigstens ersichtlich und ein Effort, hier nur vorübergehend ein Interesse an diesem. Ein Mordauftrag wird verabreicht, die Frist ist gezählt, die Gegend gefährlich zumindest, mehr weiß man nicht.
Zwischendurch scheint so etwas wie eine unfreiwillige Kooperation durch, eine Partnerschaft wider Willen, ein Austesten der Grenzen und der Gegenseitigkeit, die erste nachvollziehbare Erklärung nach etwa einer halben Stunde, da auch die erste Gesprächszene zwischen Keitel und Gibson, einer hilfloser als der Andere, einer lustloser auch und engagiert wie nichts. Getötet wird hier zumindest oft und zahlreich, daran hat der Film seine Freude, damit macht er sich keine Freunde, dazu ein paar Predigten und Gemeindewesen. "We have a Situation" heißt es mittig, die Synopsis kann man sich nachlesen, die Entwicklung des amateurhaften Filmes bereits 2022, in Biloxi, Mississippi gedreht, Frank Grillo später hinzugekommen, Grillo sich rar machend auch hier, in etwa wie bei seinen Auftritten an der Seite von Bruce Willis in der Ära, die reinen einminütigen Cameo, nur für die Poster und den Trailer, ansonsten außen vor und nicht gesehen. Darüber hinaus eine Abart, eine Unart von Film, mehr ein Horrorwerk, ein Schreckensszenario, ein Gruselstück.