Der dritte Langfilm von Jonah Hill in Form einer schwarzen Komödie beschäftigt sich mit den Schattenseiten beliebter Hollywoodstars. Für die Hauptrolle konnte er Keanu Reeves gewinnen, was einigen Raum für bissige Anspielungen böte, doch Hill schweift mit seiner zu vage gehaltenen Story immer wieder ab.
Seit er sechs Jahre alt ist, steht Reef (Reeves) nahezu ununterbrochen auf der Bühne. Nach einer fünfjährigen Auszeit kehrt er in die Öffentlichkeit zurück, doch sein Manager Ira (Hill) erfährt von einem angeblich belastenden Video des Hollywoodlieblings. Prompt wird ein Team für die Suche nach eventuellen Drahtziehern zusammen getrommelt…
Nach einer Exposition einige Dekaden zurück, als Reef als Junge auf der großen Bühne singt und steppt, scheint die Marschrichtung bereits klar: Schicksale eines Kinderstars, wie sie nicht selten vorkommen, mit viel zu raschem Aufstieg, Überforderung, Höhenflug und Absturz. Doch dieser Teilaspekt wird nur oberflächlich thematisiert. Einmal etwas emotionaler im klärenden Streitgespräch mit der Mutter, etwas auflockernd bei einem Gastauftritt von Moderatorin Drew Barrymore, die selbstverständlich auf ihr Debüt in „E.T.“ mit verdrehten Fakten reduziert wird.
Derartige Gastauftritte mit Augenzwinkern hätte es definitiv mehr gebraucht, etwa, als Kaia Gerber innerhalb ihrer zwei Sekunden einen coolen Satz raus haut oder Van Jones in der Routine als Journalist einige wichtige Fakten unter den Teppich kehrt. Stattdessen nutzt Hill zuweilen selbst die Bühne für die Figur eines stets überdrehten Managers, speziell bei der Krisensitzung eines Beraterteams. Seine schillernd gestaltete Figur fällt zwar auf, bringt das Treiben aber kaum weiter.
Denn dieses kreist zwar um das ominöse Video, doch daraus erfolgen nur selten dringende Aktionen. Zwar googelt Reef sich regelmäßig, ergänzt bei der Suchanfrage mitunter kuriose Begriffe, doch die daraus erwachsende Paranoia wird rasch wieder abgeschmettert. Dem Mann geht es eigentlich gut in seinem Strandhaus, sein Ruf ist tadellos und die Bedrohung des Videos bleibt lange Zeit nur Behauptung. Folgerichtig mangelt es an Spannung und entscheidenden Aktionen, bei denen die immer wieder kehrenden Sets von Strandhaus und Studiokulissen mit jeweils klaren Kontrasten wenig Abwechslung verschaffen.
Die angemessen zurückhaltende Performance von Keanu Reeves kristallisiert sich hingegen als deutlicher Pluspunkt heraus. Er gewinnt mit seiner Präsenz und spielt womöglich auch ein wenig sich selbst als eher schüchtern erscheinender Typ, der nie betont das Rampenlicht sucht.
Stark ist auch Martin Scorsese als ehemaliger Manager, welcher ein wenig den alten Zeiten nachtrauert. Auch er überzeugt mit bodenständiger Darbietung, was gleichermaßen für Nebenrollen wie Cameron Diaz oder Matt Bomer als Freunde und Assistenten gilt.
Generell ist das Dargebotene in seiner Zusammenstellung nicht unsympathisch. Doch der Chose fehlt es an Biss, an einer klaren Linie und vor allem an einer Kernsubstanz. Denn nachdem irgendwann heraus ist, was es mit der Bedrohung auf sich hat, verpufft der Effekt ohne sonderliche Auswirkungen und die Geschichte wirkt im Abgang weitgehend belanglos.
Schade um die guten Ansätze.
4 von 10