Eine junges Paar, in frischer Liebe vereint, zieht in das Haus ihrer Vergangenheit um eine kinderreiche Familie zu gründen. Das Haus, mitten im finnischen Wald, ist dem Verfall preisgegeben, wird aber instandgesetzt und bezogen, die Schwangerschaft lässt auch nicht lange auf sich warten. Doch mit der Geburt des Erstlings beginnt der familiäre Traum in Horror und Terror zu zerbrechen.
Ein bisschen Mystizismus der finnischen Wälder und Waldgeister (Drei Mal auf Holz klopfen soll wohl die Waldgeister besänftigen) passt in das Familiendrama, so würde ich es nennen, ganz gut. Auf Holz klopft hier niemand. Vielleicht läuft hier auch deswegen alles schief. Die Mutter ist davon überzeugt, das sie ein Monster geboren hat. Und ich als Zuschauer bin eigentlich auch davon überzeugt. Wenn beim ersten Säugen an der Mutterbrust das Blut fließt und der Kleine gar nicht aufhören möchte zu schreien, außer wenn Muttern zurück schreit, ist die Sache klar. Jedoch sieht ihr familiäres und berufliches Umfeld dies völlig anders. Diese meinen, sie nehme ihr Kind nicht an, verhält sich wie eine Rabenmutter. Doch ich fühle mit ihr: Sie hat Recht, das Kind will sie töten!
Hanna Bergholm erklärt im Intro, das sie mit diesem Film ihre auch schwierige Mutterschaft verarbeitet hat und wünscht dem Zuschauer eine gute Reise durch den Film. Und die hats schon in sich. Wie in ihrem Erstlingswerk The Hatching lässt sie sich über Familie aus. Hier ist es ähnlich blutig und auch gespenstisch. Die Kulisse im finnischen Wald ist phantastisch, so wie der ganze Film. Fiktiv ist hier in der Beziehung der Familie untereinander gar nichts. Frauen, die ihren Kindern nicht die Brust geben wollen, werden immer noch gefühlt an den Pranger gestellt und müssen sich rechtfertigen, so auch hier. Der Film nimmt ordentlich Fahrt auf, je größer der Nachwuchs wird, bis zum Ende. Dies ist sehr versöhnlich und absolut bewegend. Mann kann sich sicher streiten, ob hier die magischen Kräfte, die teilweise aufkommen, Sinn ergeben. Das die Finnen sicher naturverbundener sind als viele andere Europäer lässt es plausibel erscheinen.
Ein schöner Film mit tollem, bewegendem Ende. Super Sache.