Bereits mit dem dritten Teil von „Expendables“ (2014) konnte der Australier Patrick Hughes vermitteln, dass mit ausreichendem Budget passable Action zu inszenieren ist. Bei „War Machine“ folgt er diesem Konzept noch konsequenter: Weniger bekannte Gesichter, dafür auch weniger Atempausen.
81 (Alan Ritchson) ist einer der Aspiranten für ein Auswahlverfahren der Army Rangers, einer auserkorenen Militärelite. Doch als es zu einer finalen Bergung in einem unwegsamen Gelände kommen soll, taucht hier ein Feind auf, mit dem niemand der Teilnehmer rechnen konnte…
Die Mixtur aus Action und etwas Sci-Fi fackelt nicht lange und steigt mit einer Vorgeschichte in Afghanistan ein, um zumindest vage Beweggründe für das rastlose Verhalten der Hauptfigur zu liefern. Als es im Camp schließlich zu diversen Herausforderungen kommt, nachdem jeweils einige Teilnehmer herausgesiebt werden, erhält man komprimiertes Zirkeltraining in Reinkultur. Von den übrigen Anwärtern sticht zwar allenfalls eine Handvoll leicht heraus und folgerichtig verabreicht man ihnen nur Nummern, doch bei den Vorgesetzten wundert man sich schon über einen deutlich abgemagerten Dennis Quaid in einer Nebenrolle.
Als schließlich ein Kampfroboter in Erscheinung tritt, was in Anbetracht vorheriger Meldungen über ungewöhnliche Astroideneinschläge wenig überrascht, steigert sich die bis dato eher bodenständige Action in ein brachiales Gemetzel mit einigen unerwartet deftigen Gewalteinlagen, jedoch auch recht dynamisch in Szene gesetzten Momenten. Wenn die Einheit während der Flucht kollektiv einen Abhang herunter stürzt und dabei rauen Kollisionen ausgesetzt ist, gestaltet sich das ebenso spannend wie das Überqueren eines Flusses per Seil.
Hughes ist stets nah am Geschehen und weiß die Naturkulisse effektiv zu nutzen und so wirken die etwas uninspiriert gestalteten Kampfroboter auch nicht wie Fremdkörper. Die dazugehörigen CGI befinden sich allesamt auf hohem Niveau, etwaige Explosionen, Einschläge oder Deformationen überzeugen ebenso wie Laser – und Scaneffekte (obgleich diese im Kontext nicht immer Sinn ergeben). Auch der Score treibt effektiv an, allerdings sollte man einige pathetische Momente im finalen Akt nicht allzu hoch gewichten.
Den Sinn der Handlung allerdings auch nicht, denn diese dient lediglich dazu, eine Actioneinlage nach der anderen zusammenzuhalten, während den stillen Momenten allenfalls jeweils einige Sekunden eingeräumt werden. Schauspielerisch hervortun kann sich innerhalb der turbulenten Hatz kaum jemand, doch mit der Betonung auf das Physische trifft Autor und Regisseur Hughes das Zentrum seines Unterfangens: Stringente, dynamisch inszenierte Action innerhalb eines Überlebensabenteuers, welches wenig Tiefe, aber verdammt viel Abwechslung hervorbringt.
7,5 von 10