Review

Aschenb(r)echer

Wäre ein David Cronenberg dreißig Jahre später geboren, hätte ich mir gut vorstellen können, dass ein Film wie „Saccharine“ von ihm kommen könnte. Oder eben nun von seinem Sohn. In dem eklig-erogenen (Dead-)Bodyhorror folgen wir jedenfalls einer verzweifelten, übergewichtigen Medizinstudentin, die durch das Verzehren von menschlicher Asche gefährliche und unnatürliche Abnehmerfolge erzielt… 

Du isst ein Teil von mir

„Saccharine“ streckt Kurzfilmmaterial auf deutlich zu lange 112 Minuten - und darf sich bei seiner starken Hauptdarstellerin, etwas Ekelfaktor mit einzigartigen Pillen und einer (zumindest bis zum etwas verräterischen Schluss) klaren Position zum Magerwahn der aktuellen Zeit bedanken, dass er nicht in sich zusammenfällt und total langweilt. Ein paar echt creepy Momente in Spiegeln obendrauf, die nur etwas zu oft wiederholt und zu wenig variiert werden. Alles absolut nichts für „Kau- und Schmatzempfindliche“. Fertig ist die feminine Pillengaudi über Körperbewusstsein, Depressionen und Magersucht. Gesellschaftskritisch, systemkritisch, wirtschaftskritisch. Nie super bissig, aber auch kein filmischer Magerquark oder Veggie. Er hat eben nur keinen Grund so lang zu gehen. 

NO!zempic

Fazit: „Thinner“ meets „Raw“ meets „It Follows“ meets „Mirrors“?! Vor diesem Film braucht man keine Bauchschmerzen haben! Einen echten Leckerbissen oder eine vollwertige Mahlzeit würde ich das aber auch nicht nennen… Ich finde das Ende unterwandert gehörig seine Botschaft und Vibes. Trotzdem ganz nett. Geistreiche Konvexionsgrössen. 

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