Rollins zweiter Teil seiner Trilogie über katastrophale Unfälle unserer modernen Zeit ist von einer ganz anderen Ästhetik geprägt, als LES RAISINS DE LA MORT oder der spätere LA MORTE VIVANTE. Passend zur futuristisch anmutenden Kernkraft, lässt er die Handlung im seelenlos-kalten Neubau-Arrondissement La Défense spielen. Karges Gestrüpp scheint die Wolkenkratzer zu erobern, menschgemachte Wasserflächen werden im tosenden Sturm zu reißenden Gewässern. Derweil verschütten drinnen an rätselhafter Amnesie leidende Patientinnen Hummersuppe und schlafwandeln durch die hoffnungslos kalten, sinnentleerten Gänge. Der Film lässt einen unweigerlich an Cronenbergs Großwerke wie SHIVERS oder RABID denken, krankt aber an eigentlich allen, plump inszenierten und überflüssigen Erotikszenen, die seine Geldgeber zu seinem Leidwesen einforderten. Wenn der vermeintliche Retter dann aber plötzlich Walzer tanzt ist man sofort wieder in Rollins surrealer Welt. Die stärkste Szene ist sicher die unfassbar poetische, minutenlange Schlusseinstellung, die ohne ein Wort zu verlieren, alles sagt. 6/10