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Weiterer Eintrag unter der unermüdlich wachsenden Filmografie von Scott Adkins, diesmal unter dem Genre Actionkomödie und dies im Milieu des Crime gesetzt bzw. zumindest so proklamiert, das Feature Film Debüt eines zuvor sicherlich nicht aufgefallenen Mannes, hat der Debütant Elliott Montello hier doch ansonsten primär bei Kurzfilmen oder den DtV-Ausflügen von Bruce Willis wie der (interessanteren) Detective Knight Saga, Apex und American Siege als Second Unit Director reüssiert. Hier als Sky Originals gehalten, eine britische Produktion, für Adkins die Rückkehr in die Heimat und etwas auch die Abweichung vom üblichen Szenario: 

Nach einem geglückten Raubüberfall zusammen mit seinen Kumpanen George [ Jordan Long ] und Toby [ Gavin Fraser ] wird der Kleinkriminelle Devon [ Scott Adkins ] im Beisein seiner Freundin Veronica [ Kristy J. Curtis ] als Einziger und dies auch noch mit leeren Händen verhaftet. Fünf Jahre später entlassen sucht er sich im Gefängnis etwas in der Körperlichkeit und der Kampfkunst Gestählte seine einstigen Genossen auf, wobei er bald aufgrund eines Missverständnisses die Buchhalterin Kimber [ Nicole Deon ] an seiner Seite hat und den Gangsterboss Trent [ Vinnie Jones ] ihm hinterher. 

BondIt Media Capital dabei als Geldgeber, eine eher kleine Anlage, ein erster lauter Überfall, die Lohnkassen geräumt, die Hektik groß, die Codenummer 007, viel Geschreie und viel "Oi" auf der Tonspur, viel Wiederholung an gebrüllten Sätzen, der Alarm klingelt, das Adrenalin hoch. Die Beute noch am Tatort geteilt eigentlich, jeder eine Sporttasche für sich, das Intro grell und gellend, viele Flüche ausgesprochen, der harte Teil schon geschafft eigentlich, der Rest ein Kinderspiel womöglich, Adkins einer der Räuber und entsprechend aufgedreht. Viel Energie dargeboten, viel kränkliches Gelb in den Bildern, Adkins eher einfach gestrickt, mit dem Kopf voran und den Fäusten auch, eine comigale Anlage und auch so umgesetzt vom Regisseur, eine knallende Klamotte mit dem Payback/Parker/Play Dirty - Szenario, die Polizei schon am Warten, eine Geiselnahme am Kommen. 

"Bollocks" demnach in der Geschichte, "Quiet the mind, and the soul shall speak.", Avengement mit gleichen Zutaten und dem gleichen Autoren, ein Blutiger Freigang, aber in anderer Ausrichtung, auch als britisches Gangster- und Gaunergeschehen, auch ein Gefängnisaufenthalt eingebunden, in einer komödiantischen Montage dargereicht, viele Jahre auf einmal abgesessen. Der Hauptdarsteller (und seine Paarung mit Deon) hilfreich für die Verkörperung des Ganzen, da mit viel Sympathien ausgestattet und wenigen, aber potentiellen humoristischen Gefilden und entsprechender Spiellaune, mit einer Anpassung in der für ihn neuen Umgebung, viele Gerüchte gestreut über seine Abwesenheit und die Lage verändert, eine neue Regierung am Regeln mit neuen Gesetzen, erstmal eine Waffe besorgt und sich orientiert. Auf Dauer ist das Gehabe in der Inszenierung etwas anstrengend, keinerlei Feinheiten, viel Grobheiten und Spielen für die Kamera, dazu bald einige Brutalitäten aus der Lameng heraus, eine blutende Halsschlagader als Vorlage für die weiterführende Geschichte und eine Prügelei auch noch, ein kurzer Schlagabtausch in einem Büro, Körperbeherrschung dargeboten und mimische Entgleisung. 

Bald wird die Handlung figürlich erweitert, aus einer simplen Frage wird das Rennen vor dem Gesetz und vor den Schergen, das Abklappern von Kontakten, das Herumfahren durch die eher schäbige Gegend, das Darstellen der Konfliktsituation, eine falsche Vermutung, eine falsche Verdächtigung, das Kümmern um die eigenen Angelegenheiten und die der anderen. Visuell möglichst einfach gehalten, die Bilder etwas angedämpft und verblasst, mit Jones schon als zweiten prominenten Mann und als Zweiten und Gegenüber auch in der Position, über jeden Schritt informiert und die Ansagen machend, ein Erkunden in der allgemeinen Drogen- und Ärmlichkeitssituation, das Licht trübe, die Farbfilter angeschaltet. Um Gangsterehre geht es hier bzw. um das Fehlen dieser, jeder Mann kämpft allein für sich selbst, viele Waffen gezogen, die Auseinandersetzungen eher kurz und destruktiv, keine Eleganz vorhanden, die Gewalt wie zufällig, auch nicht ausschweifend, aber schon gezeigt.  

Zum Santa Monica Pier am Ende der Route 66 wollte man ursprünglich und eigentlich, raus aus dem Alltag und der Misere, ein Traum wird hier gezeigt, auf einer verloderten und zerknüllten Postkarte zumindest, eine verständliche Fantasie und eine glaubhafte, wenn man sich das andere "mates-and-lads-and-blokes" - Desaster hier anschaut, die graue 'Realität', das britische Trübe. Ein Ausweg aus dem "Ex-con fiasco" wird gezeigt, eine Motivation, zwischendrin auch etwas Emotionalität, ein ursprünglich ungeplanter Besuch, ein Treffen der Vergangenheit auf die Gegenwart, einige neue Nachrichten bekommen und die Anpassung der eigenen Vorstellungen mit denen der anderen, die erste 'normale' Szenen und dies auch hilfreich für den weiteren Verlauf und das bis dahin erzählte Vorspiel; "I'm happy for you." - "No, you're not." - "Yeah, probably not.", sich nach dem Befinden erkundet und für einen Moment die Lautstärke reduziert und der Tonfall geändert. 

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