Im Juni 2024 verschwinden die vier Freunde Randy, Amy, Emma und Peter während der Dreharbeiten für eine Episode ihrer YouTube-Show "Cryptid Project" auf der Suche nach dem legendären "Fairfield County Werewolf" in den Wäldern des US-Bundesstaats Connecticut. Ein Jahr später erwirkt der Anwalt der Hinterbliebenen Thomas Kilroy die Herausgabe des von der Polizei gefundenen Video-Materials, das von den Verschwundenen gedreht wurde. Eine Sichtung der Aufnahmen offenbart Furchtbares... Sehen wir der Tatsache ins Gesicht: So lange es noch ambitionierte Genre-Fans im Independent- und Amateurfilm-Bereich gibt, die keine Kohle haben, aber selber halt auch mal einen Horror-Streifen drehen wollen, so lange wird auch die Mockumentary-Masche nicht totzukriegen sein, denn viel zu reizvoll ist da der Gedanke, einfach zur nächstbesten Videokamera zu greifen und munter drauflos zu filmen. "The Fairfield County Four" ist dann mal wieder ein Filmchen von der Sorte, die einem "Blair Witch Project" viel verdankt, denn der Großteil der Laufzeit gestaltet sich hier so wie damals der Anfang in dem besagten Found-Footage-Hit von Daniel Myrick und Eduardo Sánchez, bei dem da on cam noch Interviews mit irgendwelchen Laien-Darstellern geführt wurden bevor es ab in den Wald ging. Zumindest der flotte Einsieg in die Geschichte, bei dem das Finale angetasert wird, lässt sich da aber noch recht gut an, mit ein bissl Gore und einem kurzen Blick auf den Fairfield County Werwolf, was ja mehr ist, als man damals von der Hexe von Blair zu Gesicht bekommen hatte... und das werte ich von vornherein mal als Puspunkt. Im Anschluss daran wird's dann aber leider dialoglastig und langweilig, wenn in einer Tour die mehr oder minder talentierte Hobby-Akteure vor die Kamera gezerrt werden, die dem Zuschauer lang und ausschweifend die Hintergründe der lokalen Sagengestalt verklickern (und dabei auch mal kräftig die Overacting-Sau durchs Dorf treiben). Der "gruselige" Horror-Part der Angelegenheit beschränkt sich dann erst wieder auf etwa die letzten zwanzig Minuten, was schlichtweg too little, too late ist, um das Ruder nochmal herumzureißen. Ich sag's, wie es ist: Vor zehn oder fünfzehn Jahren hätte mich sowas ob des betriebenen Minimal-Aufwands, der bisweilen rauen Wackelkamera-Ästhetik und der offensichtlichen Klau-Mentalität (wobei ich das Vorbild damals schon nicht wirklich mochte!) noch so richtig angepisst, mittlerweile bin ich, was das betrifft, aber wohl derart abgestumpft, dass mich die Chose wirklich nicht mehr großartig auf die Palme bringt. Honorieren kann ich persönlich da allenfalls noch die Bereitschaft der Macher, ihr kleines Filmchen zum Ende hin zu schierem Monster-Trash verkommen zu lassen, wenn da der Mann im zotteligen Werwolf-Kostüm durch die Gegend rennt und für ein bisschen Home-Made-Splatter sorgt... das ist schon irgendwie ganz sympathisch. Atmosphärisch betrachtet kann "The Fairfield County Four" allerdings nicht mit dem "Blair Witch Project" mithalten, ganz egal, wie genau man zu dem Letztgenanntem auch immer stehen mag...
4/10