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U-Boot Kommandant Konrad Johannsen widmet sein Leben Gott, wenn er mit seiner Mannschaft aus dem leckgeschlagenen U-Boot gerettet wird. So geschieht es, dass er der neue Pfarrer auf St. Pauli wird, sich vor allem um die schwarzen Schafe bemüht und alsbald in Konflikt mit der Unterwelt gerät.


Da ist nun die zweite Runde in St. Pauli für Curd Jürgens unter der Regie von Rolf Olsen. Ein Zusammenhang zwischen den Filmen besteht nicht und dieser ist auch deutlich weniger pulpig schmuddelig und hat im Vergleich zum Vorgänger weniger nackte Haut und Action in petto. Aber der kodderschnäuzige Heinz Reincke ist natürlich auch wieder mit an Bord.


In den größeren Rollen ist das gut gespielt, Curd Jürgens ist mit seiner verschmitzte Art als verbal und körperlich austeilender Pfarrer erneut ne Wucht, lediglich in den kleineren Rollen lässt die Schauspielkompetenz ab und an ein wenig nach.

Inszenatorisch gibt es wenig zu bemängeln. Die Kameraführung ist top, einige Blickwinkel sind echt schick und auch wenn eine etwas actionreichere Szene auf stürmischer See doch nicht immer gut/realistisch ausschaut, scheint es doch so, als hätte es da keine Jobs für Stuntleute gegeben, weil die Darsteller das selbst gemacht haben. Scheint mir zumindest so und das gefällt mir.


Leider gibt es bei etwa zwei Dritteln des Films einen Bruch in Stil, Ton und Handlung. Die Story führt von Hamburg weg auf eine der Inseln und wandelt sich von Krimi hin zu Religionsdrama mit Kleinbürgertum. Das wird keineswegs langweilig, passt aber einfach nicht zum Rest, zumal die Krimigeschichte völlig außer Acht gelassen wird und erst in den letzten Minuten quasi nebenbei gelöst wird. Da hätte man besser zwei Filme draus gemacht, denn Curd Jürgens hätte beide Geschichten locker über 90 Minuten tragen können.


Unterm Strich ist Der Pfarrer von St. Pauli ein unterhaltsamer Streifen, der aber die Qualitäten des Vorgängers nicht erreicht. Dank Curd Jürgens und Heinz Reincke aber eine Sichtung wert.

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