Zusatzinfos

von ulukai

Hintergrundinformationen zum Film

Am Ende der für ihn wirtschaftlich wie privat eher schwierigen siebziger Jahre versuchte sich Pohland an einer mehrere Millionen Mark teuren Produktion, die auf ein breites Publikum zielte: Die Öko-, Science-Fiction- und Politsatire dreht sich um eine neue Salatsorte, die durch ihren Energiereichtum in der Lage wäre, die diesbezüglichen Probleme der Menschheit zu lösen. Ihr junger Züchter, eigentlich auf der Suche nach seiner Mutter nach West-Berlin gekommen, kann mit den Gewächsen auch eine schmucke Biobäckereibetreiberin für sich einnehmen, die den Anbau in einer Kleingartenkolonie initiiert. Allerdings interessieren sich bald auch die Militärs für die Pflanzen, ganz zu schweigen von den Außerirdischen, die auf diese traditionell angewiesen sind. Die starbestückte Produktion, für deren Dreh der 1975 nach München verzogene Pohland vorübergehend in seine Heimatstadt zurückkehrte, wurde von den Medien zunächst viel beachtet und dann von den Kritikern verrissen: „Ist der Ruf erst ruiniert, filmt sich’s völlig ungeniert, mag sich Hansjürgen Pohland gedacht haben, als er sich an diese filmische Katastrophe heranwagte, die mit Klamottengewalt über die verdutzten Zuschauer hereinbricht“, urteilte Lothar Lambert im Abend vom 18.4.1980. „Es ist zu hoffen, daß dieser Film ebenso sang- und klanglos wieder verschwindet, wie er gestartet wurde“, verkündete Bernd Lubowski am darauffolgenden Tag in der Berliner Morgenpost. Tatsächlich wurde das Werk vom Publikum verschmäht, verschwand rasch und dauerhaft in den Archiven und avancierte so zum unerreichbaren Sehnsuchtsobjekt vieler Trashfans: Allein schon Curd Jürgens’ Auftritte, in einem besseren Schlafanzug mit Antennen auf dem Kopf im großen Tropenhaus des Botanischen Gartens sitzend, sind bemerkenswert. Warum die UFOs unseren Salat klauen sollte die letzte Spielfilmregie von Pohland sein, der damals erst Mitte vierzig war.

Text von Jan Gympel

Zeughauskino - Deutsches Historisches Museum

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