Inconvenience Store
Arbeit ist die Hölle. Zumindest in dieser Darstellung eines Mini-Marts in Tokio und seiner Angestellten. Unzufriedene Kunden, zu niedrige Umsätze, Druck vom Franchisegeber, klauende Kollegen und dann auch noch deprimierende Dates. Es dauert nicht lange bis zum ersten Selbstmord.
Das ist nicht die lakonisch-coole Welt von CLERKS, das ist ein deprimierendes Portrait der japanischen Arbeiterklasse, im besten Falle noch eine Gesellschaftssatire mit sehr sehr trockenem Humor.
Authentischerweise ist ANYMART wenig packend inszeniert – trotz nicht mal 90-minütiger Laufzeit spürt man die Länge der Schichten und die Gleichförmigkeit des Lebens.
Dass es zum Ende des Films hin auch noch etwas blutig wird, ist wohl als konsequente Überspitzung des Satiregedankens gedacht, der Tonalität des Films schadet es eher. ANYMART hätte als deprimierendes Drama mit Galgenhumor deutlich besser funktioniert als mit den eher unpassenden Splattereinlagen.
5.5/10