James Bond zum siebten Mal. Nachdem George Lazenby das letzte Mal den Agenten verkörperte, wollte man hier noch einmal Sean Connery überreden, obwohl er deutlich gemacht hatte, dass er nicht mehr wolle. Doch Cubby Broccoli bot ihm eine spitzen Gage an, die Connery zum best bezahlten Schauspieler 1971 machte. Connery nahm noch einmal an und Broccoli war zufrieden. Natürlich musste er dadurch einige Abstriche am Film selber durchführen, was aber eigentlich nicht ins Gewicht fällt.
Diamantenfieber ist und bleibt wieder ein unvergessliches Abenteuer des Agenten.
Als Regiesseur wählte man Guy Hamilton, welcher schon im Kultbond " Goldfinger " Regie geführt hatte. Auch hier beweist er wieder mal sein Talent und daher durftte er auch in den nächsten zwei Agentenabenteueren nochmal Regie führen.
Das Drehbuch stammt wieder aus der Feder von Richard Maibaum und Tom Mankiewicz, welche schon öffter zusammengearbeitet haben und auch in Zukunft noch mehrere Drehbücher für James Bond geschrieben haben.
Inhalt:
Nach dem Tod seiner Frau rächt sich Bond an Blofeld und tötet ihn. Nach dieser Genugtuung wird er auf einen Diamantenschmuggel angesetzt. Er gibt sich als Schmuggler Peter Franks und soll Diamanten schmuggeln. Dadurch stößt er auf dem mysteriösen Millionär Willard Whyte, der alle Diamanten zu horten scheint. Doch die Wahrheit ist viel schlimmer, Blofeld scheint gar nicht tot zu sein und baut mit Hilfe der Diamanten einen Lasersatelliten, mit dem er die Regierung erpressen will. Bond muss schnell handeln, denn das nächste Ziel ist Washington DC. Mit Hilfe seines CIA Kumpels Felix Leiter und der Schmugglerin Tiffany, versucht er Blofeld diesmal entgültig das Handwerk zu legen.
Auch die Story kann sich diesmal wieder sehen lassen. Es geht hier zum letzten Mal um Bonds Erzfeind, den größenwahnsinnigen Blofeld, welcher hier schon wieder die Weltmacht anstrebt, diesmal mit Hilfe von Diamanten, mit denen er einen Killersatelliten baut, der mittels Laserstrahl Dinge zerstören kann.
Da am Ende von " Im Geheimdienst ihrer Majestät " James Bonds Frau getötet wird, nimmt er hier anfangs Rache und prügelt sich erstmal durch sämtliche Informanten um Blofeld ausfindig zu machen. Diesen findet er schließlich auch und tötet ihn. Doch es war anscheinend nur ein Double, welche dort gerade hergestellt werden.
Toll ist ganz am Anfang diese ruhige Musik und auf einmal kommt ein Japaner durch due Wand geflogen, der von Bond gerade verdräscht wird. Ist gleich schon mal ein stimmungsvoller Einstieg für einen Bondfilm.
Nach dieser Genugtuung wirkt Bond wieder sichtlich entspannt und darf sich der normalen Agentearbeit widmen, wie M sie nennt. Dadurch muss er sich als Peter Franks ausgeben, welchen er erstmal mit einer harten und langen Fahrstuhlprügelei aus dem Weg räumen muss. Auch sonst wird wieder Action vom Feinsten geboten. Bond endet einmal fast im Krematorium, wird mit einem Mondauto durch die Wüste gehetzt, kurz darauf jagt ihn die halbe Polizei durch Las Vegas, welches natürlich zu vielen Blechschäden auf Seiten der armen Polizei führt. Diese werden hier schon arg durch den Kakao gezogen, weil sie hier absolut nicht autofahren können und sich meistens selber abschießen. Natürlich gibt es noch mehrer Mordanschläge auf Bond inklusiver zweier Karatefrauen, welche Bond ganz schön in die Mangel nehmen. Das explosive Finale findet diesmal auf einer Ölbohrinsel statt, wo ordentlich geballert wird und einiges in die Luft fliegt. Durststrecken gibt es auch in diesem Bondfilm nicht, denn wenn gerade mal keine Action ist, dann überzeugt Bonds trockener Humor.
Ziemlich hart geht es in Diamantenfieber zu, daher ist die FSK 16 Freigabe auch locker gerechtfertigt. Viele blutige Einschüsse und lebende Fackeln werden uns hier geboten und auch die Keilereien besitzen eine gewisse Härte. Aber dafür darf Bond hier wieder mehr trockene Sprüche von sich geben. Einerseits tritt er hier ziemlich hart auf und macht kurzen Prozess mit seinen Gegnern, aber auf der einen Seite ist er hier sehr humorvoll und hat für jede Situation den passenden Spruch drauf.
Außerdem ist der Agent hier wieder sehr auf sich alleine gestellt, erhat zwar Hilfe von Leiter und zum Teil von Tiffany, aber er bekommt diesmal keine Hilfsmittel von Q gestellt, außer den abziehbaren Fingerabdrücken.
Mit einer tollen Optik und ständig wechselnder Kulisse kann auch Diamantenfieber wieder Zeichen setzen. Bond kommt wieder viel rum und muss aber diesmal ohne richtig exotische Orte auskommen. Von Amerika reist er nach Holland, welches hier realistisch trüb gehalten wird. Von dort aus geht es ins schicke Las Vegas, wo vor allem die tollen, leuchtenden Nachtaaufnahmen gefallen können. Auch die Darstellung der Casinos sind klasse. Dazu noch der bleihaltige Showdown auf der Ölbohrinsel, welcher perfekt geignet ist dafür. Nur die Hubschrauberexplosionen zum Schluss sehen etwas billig aus und lassen zu wünschen übrig.
Der tolle Titelsong " Diamonds are Forever " wird von Shirley Bassey gesungen, welche auch schon " Goldfinger " sang und später sogar noch mal für einen Bondfilm den Titelsong singen durfte. Sie war damit die Einzige wo öffter den Titelsong singen durfte.
Auch die restlichen Sounds sind mal wieder perfekt gelungen und können Zeichen setzen. Wie immer mit viel Abwechslung und immer passend zum Geschehen.
Sean Connery wollt hier zum letzten Mal den britischen Agenten James Bond mimen, aber sag niemals nie. Auch hier gibt er wieder die gewohnte Darstellung des Agenten ab. Er ist hart, hier manchmal sogar kompromisslos und hat wieder den Charme mit dem er die Frauen verzaubert. Vor allem viel Humor besitzt er hier. Ein echt schicker Abgang für einen ganz großen Schauspieler.
Jill St. John suchte man als Bondgirl Tiffany Case aus. man weiss oft nicht auf welcher Seite sie steht, aber sie passt gut zu Bond, auch ihr wandlungsfähiger Charakter, plus ständig wechselnder Haarfarbe. Sie ist eine echt gute Wahl.
Chares Grey darf diesmal Bonds Erzfeind Blofeld verkörpern und tut dies sehr gut mit einer gewissen Eleganz. Für die Rolle des Blofeld durfte jedesmal ein anderer Darsteller ran und auch Grey passt perfekt in dieses Konzept.
Zu erwähnen wären auf jeden Fall noch die zwei schwulen Handlanger Mr. Kidd und Mr. Wind, welche von Putter Smith und Bruce Glover verkörpert werden. Sie dürfen sich mordend durch den ganzen Film ziehen und machen auch Bond oft das Leben schwer.
Als Felix Leiter ist diesmal Norman Burton zu sehen, auch seine Figur wechselt oft den Darsteller. Dafür bleiben die restlichen Darsteller gleich, Moneypenny wird wie immer von Lois Maxwell, M von Bernhard Lee und Q von Desmond Llewelyn verkörpert.
Fazit:
Knapp zwei Stunden beste Unterhaltung. Gute Story, viel und abwechslungsreiche Action mit einer großen Portion Spannung und Humor. Dazu gibt es eine schicke Kulisse und Optik und auch der Sound ist wieder brillant. Die passenden Darsteller machen den Rest und somit ist auch Diamantenfieber wieder ein unvergessliches Abenteuer des Agenten.