Baraka ist weder Film (denn dafür fehlt einfach die Story) noch ist es eine Dokumentation (denn dafür fehlt ein Erzähler, der uns die Bilder und Ereignisse erklärt). Was damals Koyaanisqatsi sein wollte, ist Baraka heute. Ein Erlebnis. Ein Werbefilm in Filmspiellänge über die Kulturen, Plätze & teils auch der Geschichte unserer Erde. Mit skurrilen (Gebetsrituale), atemberaubend schönen (Ayers Rock, Wasserfälle), dann wiederrum hässlichen (Kükenszenen) Bildern. Ebenso mit absolut genialen Zeitraffersequenzen, die akustisch perfekt untermalt wurden. Spätestens bei den KZ-Bildern und der Akustik läuft es einem kalt den Rücken runter.
Am Anfang vermisst man die gewohnte Sprache, die man aus Filmen oder Dokumentationen kennt. 5 Minuten später ist man froh, dass ein Erzähler nicht rumplappert. Denn die Töne, Geräusche, die Musik und vorallem die Optik ziehen einen so in den Bann, dass ein Erzähler alles kaputt machen würde und man so aus der Baraka-Welt rausgezogen werden würde.
Schon 1992 rausgekommen, habe ich Baraka erst entdeckt, als es auf Blu-Ray rauskam. Stolz heisst es auf dem Cover: "Weltweit erste HD Abtastung in 8K". Und es stimmt...sowohl die Bild- als auch Tonqualität gehört zu dem Besten, was je auf eine Blu-Ray Disc gepresst wurde. Meiner Meinung nach kommt selbst Avatar nicht ran, wenn es um Realfilmsequenzem / -aufnahmen angeht. Das Bild ist gestochen scharf und ich kann mir heute nicht vorstellen, dass es noch schärfer geht, ohne künstlich auszusehen. Einfach phänomenal.
Ob man solche Art von Filmen / Dokumentation mag oder nicht, man sollte Baraka eine Chance geben die Bilder auf euch wirken lassen. Für mich war es ein Erlebnis!