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Die junge Ballett-Tänzerin Bones und vier ihrer Kolleginnen reisen gemeinsam mit ihrer Lehrerin Miss Thorna für eine Aufführung von London nach Budapest. Irgendwo mitten in der ungarischen Pampa bleibt der Bus, der sie zum Theater bringen soll, liegen und so macht sich die Truppe zu Fuß auf in die nächstgelegene Ortschaft und landet im Gasthaus Teremok, dessen Leiterin Devora ebenfalls mal Ballerina gewesen ist. Als der Gangsterboss-Sohnemann Pasha plötzlich mit seinen Leuten auf der Matte steht, um für seinen brutalen Vater von Devora Schutzgeld einzukassieren, nimmt der Abend eine unschöne Wendung, denn als Miss Thorna dessen Anmachversuch brüsk mit einem Kniestoß zwischen die Beine quittiert, fängt sie sich dafür prompt eine Kugel im Kopf ein. Als unerwünschte Augenzeuginnen eines Mordes sollen Bones und ihre Freundinnen nun auch noch still und leise beseitigt werden, doch aufgrund ihres jahrelangen, harten Tanz-Trainings sind die Mädels zu aller Überraschung durchaus in der Lage, den Gangster-Typen Saures zu geben... "Pretty Lethal - Schön Tödlich" suhlt sich nochmal so richtig schön in der Ostblock-Xenophobie von Eli Roths "Hostel" und schildert ein Ungarn, in dem die Einheimischen durch die Bank zwielichtiger, krimineller Abschaum sind, macht auf der anderen Seite aber dafür wiederum ein paar PC-Punkte gut, indem er - statt erneut in der Torture-Porn-Schublade zu kramen - das alles mit Versatzstücken (vermeintlich) angesagter, aktueller Girl-Power-Actionfilmchen à la "Gunpowder Milkshake" oder eben dem jüngst gefloppten "Ballerina" versetzt. Die dünnen Mädels in Tutus haben nach dem Willen der Macher(innen) demnach verhältnismäßig leichtes Spiel mit einer Überzahl von mindestens doppelt so breiten Kerlen und auch im gröbsten Kampf-Getümmel immer noch die Gelegenheit, ihre Tanz-Choreografien auszupacken... was dann auch nicht mal im Ansatz dezent glaubwürdig wirkt. Genau das ist dann auch das größte Manko des Streifens, der sich in der vorliegenden Umsetzung als Action-Märchen einer gewissen Ernsthaftigkeit konsequent verweigert. Aber halt, so schlimm wie das jetzt klingt, ist die Angelegenheit dann doch nicht geworden: Als dezent überzogene, kleines Gangster-Gemetzel kommt "Pretty Lethal - Schön Tödlich" zwar ein wenig inhaltsleer, aber dafür visuell relativ hochwertig und unterhaltsam daher und überrascht zudem wie jüngst erst das Amazon-Original "The Bluff" mit ein paar fiesen Ideen und brutal-blutigen Details (der beste Einfall: Die Pirouetten mit der Rasierklinge am Ballettschuh), die zwar nicht in Splatterfilm-Manier ausgeschlachtet werden aber allemal ausreichen, um für einen ansprechenden Härtegrad zu sorgen. Das Ergebnis ist da relativ anspruchsloses Popcorn-Kino (zum wegstreamen), das auch gar nicht die Ambitionen hat, mehr als eben das zu sein und einem auch seine - ja durchaus vorhandene - Female Empowerment-Message tatsächlich nicht allzu plakativ ins Gesicht drückt... was heutzutage schon wieder ganz sympathisch rüberkommt. Also: Is' okay und um einen Fernseh-Abend auf der heimischen Couch rumzukriegen allemal ausreichend...

6/10

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