Review

"I've lost my boat, we're stuck out here in the middle of nowhere... what is this, anyway? Some kind of a goddamn comic book? We got robots, we got cavemen, we got kung fu. Well, that's it, alright? I quit!"

Die Verärgerung, welcher sich Harry Fontana (Andrew Prine) lautstark Ausdruck verleiht, ist verständlich. Daß der einfache Auftrag so dermaßen aus dem Ruder läuft, damit hat aber nun wirklich niemand rechnen können. Fontana sollte doch nur die hübsche blonde Wissenschaftlerin Nora Hunter (Denise Crosby) und ihren schweigsamen Begleiter (Patrick Reynolds) mit seinem Boot in die Nähe eines abgestürzten Flugzeuges im mexikanischen Dschungel bringen. Was soll da schon groß schief gehen? Nun, spätestens als sich Hunters Begleiter als Mandroid entpuppt, hätten die Alarmglocken zu bimmeln beginnen müssen. Aber da vor seinem geistigen Auge bereits der Anteil des Schatzes, der am Ende des Weges nur mehr eingesammelt werden muß, ausgelassen Rumba tanzte, hat er das lästige Schrillen natürlich konsequent ignoriert. Jetzt hat er den Salat, und der schmeckt ihm ganz und gar nicht. Schießwütige Gangster, haarige Neandertaler, ein quirliger Ninja (Conan Lee), ein durchgeknallter Wissenschaftler (Roy Dotrice) mit Zeitmaschine und Welteroberungsplänen... ja, das muß man erst mal verdauen.

Peter Manoogian heißt der Regisseur dieses campigen Actionabenteuers der Güteklasse "B", das Fans ein verzücktes Lächeln ins Gesicht zaubern sollte. Manoogian inszenierte die abstruse Geschichte nämlich mit der exakt richtigen Dosis an spitzbübischem Charme, sodaß der Zuschauer gerne bereit ist, die hanebüchenen Elemente der Story zu schlucken, egal wie blöd sie sind. Darüber hinaus hat er ein gutes Händchen in Bezug auf das Tempo des Streifens. Wo anderen Filmen dieser Art nach zwei Dritteln die Luft ausgeht, legt er noch ein Schäufelchen nach, schaltet lässig einen Gang höher und drückt das Gaspedal mit einem Grinsen nieder. Das macht Eliminators zwar nicht besser, kommt aber dem Unterhaltungswert sehr zugute und macht den Film um einiges kurzweiliger. Mac Ahlbergs Kamera fängt das rasante Geschehen souverän ein, während Bob Summers' flotter Score mit der Action gut gelaunt Schritt hält. Neben dem Mandroid (half man, half android) gibt es noch einen fiependen Mini-Roboter namens SPOT zu bestaunen, eine Art Mini-Me des großen R2-D2, der nicht nur niedlich herumschweben oder auf der Schulter des Mandroids hocken kann, sondern sogar imstande ist, sich in pure Energie zu verwandeln und blitzschnell durch die Gegend zu zischen.

Den gut aufgelegten Darstellern wiederum gelingt es, ihre Figuren zu sympathischem (bzw. widerwärtigem) Leben zu erwecken, obwohl sie es sich nicht nehmen lassen, durch diverse Klischeefettnäpfe zu trampeln. Andrew Prine, bekannt und geschätzt aus Filmen wie The Centerfold Girls (Der Rasiermesserkiller), Grizzly, Amityville II: The Possession (Amityville II - Der Besessene) und Rob Zombies The Lords of Salem, legt seinen Harry Fontana als draufgängerisches Schlitzohr an, den nichts so leicht aus der Bahn wirft. Denise Crosby - die Rachel Creed in Pet Sematary (Friedhof der Kuscheltiere) - überzeugt als taffe Roboter-Ingenieurin, die nicht nur kräftig mit anpackt, sondern auch mit der Waffe umzugehen weiß. Im nassen T-Shirt sieht sie zudem sexy aus, und ihre Kußszene mit Fontana ist einfach herrlich. Patrick Reynolds spielt sich im Terminator-Modus mit einem Gesichtsausdruck durch den Film (wie seinem berühmteren Pendant RoboCop hat man auch ihm die Erinnerung gelöscht), während Roy Dotrice als Mad Scientist Dr. Abbott Reeves durch und durch böse ist, was durch seine entstellte Visage auch äußerlich symbolisiert wird. Conan Lee (Ninja in the Dragon's Den, Tiger on the Beat) hingegen darf als Kuji seine Martial Arts-Künste vorführen, durch die Lüfte wirbeln und mit einem gezielten Wurf eines Ninjasterns eine brenzlige Situation lässig bereinigen. Und an einem amerikanischen Bud Spencer-Klon, der von Reeves seine Genitalien geschockt bekommt, darf man sich auch noch erfreuen.

Wie die Hauptdarsteller ist auch Regisseur Peter Manoogian kein unbeschriebenes Blatt. Zu einem wirklich großen Kracher hat es bei ihm zwar nie gereicht, aber sein überschaubares Oeuvre kann sich durchaus sehen lassen. So steuerte er zum ambitionierten Gemeinschaftsprojekt Ragewar (The Dungeonmaster aka Herrscher der Hölle) die Episode Cave Beast bei, und das immens spaßige Prügelfantasyspektakel Arena (Arena - Todesmatch der Giganten) geht ebenfalls auf sein Konto. Zu seinen weiteren Arbeiten zählen unter anderem Enemy Territory (Terror Night - Hochhaus in Angst), Demonic Toys, Seedpeople (Sway) und DevilDolls. Wie Arena hält sich auch Eliminators in Bezug auf Gewaltdarstellungen sehr zurück und eignet sich somit perfekt als Samstagnachmittagsfilm für (fast) die gesamte Familie. Jüngere Zuschauer werden besonders am Mandroid, der Raketen und Torpedos abschießen kann, eine Laserkanone in seinen Arm eingebaut hat und eine coole Verbindung mit einem kleinen, panzerähnlichen Gefährt eingehen kann, viel Gefallen finden. Aber auch die lockeren Sprüche, die trashigen Effekte (u. a. von John Carl Buechler), die furiosen Actionszenen und der sehr befriedigende Schluß wissen zu begeistern. Tatsächlich hält dieses wilde B-Movie aus dem Hause Empire Pictures, das in Amerika sogar im Kino lief (aaahhh, those were the days!), im Großen und Ganzen, was das geile Poster Artwork verspricht. Ein sehr sympathischer, sehr unterhaltsamer und ziemlich kultiger kleiner Film.

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