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Das Dutzend ist voll und Tom Berenger ist immer noch am Start, seit 1993 „Sniper – Der Scharfschütze“ eine Actionreihe nach sich zog. Deutliche Ermüdungserscheinungen sind jedoch nicht von der Hand zu weisen, zumal der Anteil an Action zwischenzeitlich arg zu wünschen übrig lässt.

Nach einer zweifelhaften Mission werden Beckett Jr. und sein Team als Terroristen eingestuft und gelten als staatenlos. Da sich jedoch drei Kameraden in Gewahrsam eines korrupten Staatschefs befinden, muss der Rest des Teams eine Entscheidung fällen…

Immerhin besinnt sich der Stoff in der Eröffnungssequenz auf seine Wurzeln, als der Scharfschütze beim Einsatz auf einem Schiff alle Konzentration auf seine Sinne lenkt, bevor er den Abzug drückt, um aus einiger Distanz ein präzises Ziel zu treffen. Einige aus dem Franchise vertraute Gesichter sind folgerichtig erneut an Bord, mit der Figur Zero gibt es ein taugliches Buddy-Gespann und auch der Vater-Sohn-Beziehung werden ein, zwei ruhige Momente eingeräumt.

Jene dominieren allerdings vor allem im Mittelteil. Es wird viel taktiert, Fragen über Moral und Loyalität werden aufgeworfen, bevor man überhaupt vage Pläne zur Befreiung schmiedet. Dazwischen wechselt man die Perspektive hin zu den Bösewichtern, welche eher oberflächlich und allenfalls zweckdienlich gezeichnet sind. Eine gegnerische Einheit mit auffallend effektiven Körperschutz bildet immerhin einen zu knackenden Panzer, doch es dauert deutlich zu lange, bis der finale Gegenschlag endlich in Fahrt kommt.

Insgesamt ist die Action technisch solide umgesetzt, neben zahlreichen blutigen Einschüssen gibt es auch während einiger Nahkämpfe kleine Gewalteinsätze und sobald Bewegung im Spiel ist, vermag die Chose durchaus zu unterhalten, was ihr im finalen Akt sichtlich zugute kommt. Jedoch endet der Showdown weitgehend offen mit zahlreichen Cliffhangern, woraufhin eine kurze Vorschau verdeutlicht, dass eine direkte Fortsetzung bereits in den Starlöchern steht.

Den kaum geforderten Mimen ist bei alledem kaum ein Vorwurf zu machen, der Score treibt während der relevanten Szenen passabel an und die Kamera ist stets auf der Höhe des Geschehens. Doch genau jenes lässt im Verlauf zu sehr an Dynamik und Abwechslung vermissen, das stetige Taktieren um den heißen Brei herum ermüdet auf Dauer und so markiert vorliegender Brückenteil eine allenfalls leidlich unterhaltsame Angelegenheit.
4,5 von 10

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