Review

Wenn ein Film inhaltlich wenig bietet, fällt es entsprechend schwer, etwas darüber zu schreiben. Der französische „Spiegel des Bösen“ ist so einer.
Wo fängt man da an, wenn über 90 Minuten kaum etwas Gehaltvolles gezeigt wird?
Reproduktives Klonen ist das Thema und sonst?
Christopher Lambert und Nastassja Kinski spielen die Hauptrollen in dieser unentschlossenen Mischung aus Drama und Thriller, der mit dem brisanten Thema alles andere als intelligent umgeht.

Eine bruchstückhafte Erzählweise durchzieht das Geschehen, der Vorgang des Klonens wird nicht näher erläutert. Irgendwann ist es halt da, das geklonte Baby der Eltern Thomas (Lambert) und Mathilde (Kinski).
Arzt und Vater Thomas hat einem dubiosen Professor zugestimmt, seine Ehefrau Mathilde zu reproduzieren, ohne es ihr allerdings zu gestehen.
So wundert sich Mathilde auch nicht weiter, dass Töchterchen Manon „Dinge weiß, die Mathilde nie ausgesprochen hat“.
Vor einigen Jahren verlor sie durch einen Unfall ihr erstes Kind, über die näheren Umstände hat sie sich nie ausgelassen. So tragen beide Eheleute ein Geheimnis mit sich herum, während Manon langsam in die Pubertät kommt.

Und da fangen die Probleme erst richtig an: Manon wird aggressiv und unberechenbar, wird sogar von der Schule geschmissen, weil sie einen Mitschüler ertränken wollte. Zudem ist sie frühreif und schmeißt sich an den eigenen Vater ran, um schließlich Mutti aus dem Weg zu räumen…

Furchtbar viele Dinge stoßen sauer auf: Die wachsende Gewaltbereitschaft wird nicht erklärt, noch wird sie von den Eltern hinterfragt oder gar sanktioniert, wird alles so hingenommen.
Und nachdem Thomas ein paar Zeitungsartikel über tote Angehörige mordender Klonkinder gefunden hat, wundert er sich auch nicht, dass seine Schwiegermutter im Beisein von Manon einen Treppensturz nicht überlebt hat…
Die löchrige und unglaubwürdige Story kann auch nicht von den Darstellern zusammengeflickt werden: Lambert bleibt blass bis unauffällig, Kinski wird gegen Ende erst überzeugend, nur Jungdarstellerin Audrey DeWilder liefert eine ordentliche Vorstellung ab.

Handwerklich solide, auf dem Niveau einer TV-Produktion, gibt es zu keiner Zeit irgendwelche Auffälligkeiten. Gut, die Aufnahmen des Ungeborenen im Bauch der Mutter sind ganz nett gemacht und die Alpträume von Mathilde sind auch okay bebildert.
Nur leider kommt die Sache nicht aus´m Quark und so langweilt man sich durch einen Film, dessen Entwicklung fast komplett zu erahnen ist.
Und dass die brisante Thematik des Klonens zu einer marginalen Sache verkommt, ist noch nicht einmal das Schlimmste.

Schlicht: Langweilig, uninspiriert, unlogisch, - nicht empfehlenswert.
3 von 10 Punkten

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