Mathilde und Thomas führen ein glückliches Eheleben, jedoch klappt es einfach nicht mit dem Kinderkriegen. Als Arzt findet Thomas jedoch bald eine Möglichkeit, seinen Traum wahr werden zu lassen, denn ein dubioser Kollege experimentiert mit der Klontechnik und glaubt, eine Lösung für das Problem zu haben. In der Tat wird Mathilde schwanger, ihr wird aber verschwiegen, dass sie nicht wirklich ihr Kind erwartet, sondern ein Klon von sich selbst auf die Welt bringen wird. In jungen Jahren macht Manon kaum Probleme, später beginnt sie sich aber seltsam zu verhalten und bringt so dunkle Geheimnisse von allen Beteiligten ans Licht.
Zum neuen Modethema "Klonen und seine Folgen" schicken nun auch die Franzosen einen Vertreter ins Rennen. Andererseits ist der Klonvorgang an sich hier eher Nebensache. Nachdem Mathilde und Thomas sich kennengelernt haben und der Kinderwunsch akut wird, geht Arzt Thomas mal eben zu einem Kollegen, der in diese Richtung experimentier, und schwupps, im nächsten Umschnitt ward Manon geboren. Vielmehr interessiert die Macher die psychologisch, mystischen Auswirkungen der schnell wachsenden Göre zu ihren Eltern.
So erleben wir über die Jahre verteilt die einzelnen Entwicklungsstufen vom Hosenscheißer zum Teenager, bei denen Manon stetig ein wachsendes Aggresionspotential speziell ihrer Mutter gegenüber entwickelt. Die oft im Hintergrund düster hindudelnde Geräuschkulisse versucht eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, aber wenn man es genau nimmt, wirklich passieren tut hier nüscht. Manon fliegt von der Schule, weil sie einen Mitschüler ertränken wollte, weiß auf einmal Dinge, die sie gar nicht wissen kann, Oma stirbt aus seltsame Weise bei ihrer Anwesenheit und ähnlichen Mysterykram.
Leider bleibt irgendwie alles reichlich oberflächlich und zugleich auch langatmig. Christopher Lambert ist ein furchtbar blasser Familienvater, die Tochter geht mit zunehmender Dauer mit ihrer Aggro-Attitüde immer mehr auf die Nerven, lediglich die Kinski kann dabei darstellerisch Akzente setzen. Um die Handlung aber am Leben zu halten ist das Script einfach zu dröge, bei nicht mal 90 Minuten Laufzeit hab ich mich viel zu oft beim auf die Uhr schauen ertappt. Im Spiegel des Bösen ist insgesamt sicher kein Highlight, wen das Thema Klonen wirklich interessiert, sollte bei Schwarzenegger oder de Niro bleiben, auch wenn das auch keine wirklichen Knüller waren.
3/10