Der von Matty Crawford inszenierte Kurzfilm etabliert schnell eine merkwürdige Atmosphäre und verliert keine Zeit, ein leicht entrücktes Szenario aufzubauen. Die Zeit ist begrenzt, etwas über zehn Minuten bleiben für die Erzählung rund um Angela, die ihre Eltern zum Abendessen besucht. Alles wirkt angespannt, der Grund hierfür bricht sich bald Bahn und so bebildert „The Dinner After“ eine Art des Umgangs mit Schuldgefühlen.
Das ist von den Beteiligten nicht schlecht gespielt und Crawford macht sehr klar, was erzählt werden soll. Dieses zentrale Gefühl umzusetzen ist durchaus ambitioniert und schlecht ist „The Dinner After“ mit der als Projektionsfläche dienenden Eltern und einem Einschub der Ursache mitsamt einem Ansatz von Verarbeitung nicht geraten. Seine Kürze lässt dem Werk aber kaum Zeit zu atmen, gerade bei einem so aufgeladenen Thema braucht es mehr Luft.
Die letzte Szene setzt einen guten (Anfangs-)Punkt und fasst das Gefühl zusammen. Auf dieser Ebene hätte der Film gerne mehr zeigen dürfen.