Vampire und Sex, da denkt man in erster Hinsicht an Jean Rollin oder maximal Franco, aber Jose Ramon Larraz? Eben dieser Spanier hat einen interessanten Genrebeitrag geliefert ,auch wenn hier nicht alles perfekt ist.
Irgendwo in England. Hier leben die beiden lesbischen Vampirrinnen Fran (Marianne Morris) und Miriam (Anulka). Ihr Opfer sind männliche Autofahrer. Fran lässt sich von den Männern jeweils zum Schloss mitnehmen, dort saugen beide die Männer dann regelmäßig aus. Dies macht Marianne auch mit Ted, doch „zapft“ sie ihn nur an, tötet ihn aber nicht. Auch Ted kann den Ort nicht verlassen, verfällt er doch immer wieder Marianne, die ihn weiter aussaugt.
Jedoch werden auch Marianne und Miriam beobachtet. Das Pärchen Paul und Harriet machen Urlaub in ihrem Wohnwagen vor dem alten Schloss und Harriet fallen die beiden Damen auf. Schon bald macht sich Harriet hinter das Geheimnis der beiden Frauen....
„Vampyres“ ist schon ein recht merkwürdiger, aber nicht minder interessanter Film aus dem Vampirgenre, auch wenn man sich an die üblichen Regeln nicht hält oder man vielleicht sogar die These aufstellen könnte: Sind die beiden Frauen überhaupt Vampire oder einfach nur irre?
Typische Anzeichen erkennt man jedenfalls nicht. Vampirzähne gibt es nicht, genauso wenig die typischen Bissmarken. Auch laufen beide ohne Probleme in der Sonne rum, auch wenn sie das Tageslicht scheinbar scheuen und lieber im Dunklen leben. Geschlafen wird aber nicht in Särgen, sondern einfach auf einer Couch oder gar auf den Boden.
Ferner lässt der Film einige Fragen offen, die auch nicht beantwortet werden. Personen scheinen sich zu kennen, der Zuschauer erfährt aber nie, ob sie sich wirklich kenne. An diesen Stellen scheint der Film ein wenig unrund zu sein, man könnte sogar meinen, hier fehlt was. Die Fassung, welche aber gut 88 Minuten läuft, ist die ungeschnittene und längste Fassung. Trotzdem wirken einige Stellen abgekackt und uninspiriert.
Nicht motzen kann man aber über die sehr gute Kameraarbeit von Regisseur Larraz. Er fängt schöne Bilder ein, die dem meist ruhigen Film einen wohligen Touch verleihen.
Im krassen Gegensatz dazu stehen die Erotik- und Goreszenen. Gerade bei den Erotikszene kann man sich gut vorstellen, dass es der Film zur damaligen Zeit es in Großbritannien und den USA nicht leicht hatte und dementsprechend gekürzt wurde. Mit den Darstellern Marianne Morris und Anulka hatte Larraz auch entsprechend geformte Frauen gefunden. Morris präsentiert quasi das Vollweib, während das ehemalige Playmate Anulka das Blondchen gibt. Beiden geizen auch nicht im geringsten mit ihren Reizen.
Die Sexszenen sind recht explizit, besonders mit Fran und Ted, werden aber nie schlüpfrig sondern wirken fast ästhetisch.
Richtig rund geht es dann ,wenn beide Frauen sich an ihren Opfern laben. Da wird nicht einfach zielgerecht in den Hals gebissen sondern geschlitzt, dass es eine wahre Freude ist. Egal wo und wie, mit einem Messer oder einfach mit den Blanken Szenen. Dementsprechend sehen die Opfer auch aus, wenn sie wieder in ihr Auto gepackt werden und alles wie ein Unfall aussieht. Doch sollte man sich nicht täuschen lassen, über weite Strecken ist „Vampyres“ ein ruhiger Vertreter, der mit exzellenten Bilder glänzt und erst gegen Ende richtig aufdreht, dann gibt es aber kein Halten mehr. Wie man das Ende und eigentlich den ganzen Film interpretiert, bleibt wohl wirklich jedem selbst überlassen.
Fazit: „Vampyres“ ist ein optisch recht ansprechender Film, was nicht zuletzt an den beiden Hauptdarstellerinnen liegt. Auch die Goreeffekte überzeugen, auch wenn sie nicht zahlreich sind.
Schwert tut man sich eigentlich nur mit der etwas wirren Story, die nicht aufgelöst wird und viele Fragen offen lassen, seien sie nun wichtig oder auch nicht. Trotzdem ist „Vampyres“ sicherlich eine kleine Perle, die einige Tabus im Vampirgenre gebrochen hat, besonders dank der Erotikszenen. Freunde des atmosphärischen Horror dürfen mehr als einen Blick riskieren, auch Rollin-Fans werden auf ihre kosten kommen.