Der gute Enzo G. Castellari!
Der Gute hat so viele verschiedene Filme gedreht (speziell seine Western waren wertvolle Genre Beiträge) und hier serviert er zwischen seinen Riffs Teil 1 und Teil 2 die Trash Granate Metropolis 2000 aka The new Barbarians.
Tja, was sagt uns der Inhalt? Die typische Story eben:
Die Erde liegt nach einem Atomkrieg in Trümmern und die letzten Überlebenden kämpfen, um am Leben zu bleiben, ständig auf der Suche nach dem letzten Flecken Erde, der nicht zerstört wurde.
Doch eine andere Gruppe, die Templars, versuchen jedes Leben zu vernichten, bis nur noch sie auf der Erde weilen, um diese neu zu bevölkern. Doch Hilfe, in Form von 2 Superkämpfern, eilt den letzten Überlebenden entgegen...
Hier haben wir eine weitere Italo-Endzeit-Granate, entstanden Anfang der 80er, als das Genre sehr populär war (die Parallelen zu Mad Max sind unübersehbar).
Die Anfangssequenz zeigt auch gleich, wo es langgeht. Eine helle Kugel (Atombombe) schlägt in einem deutlich sichtbaren Miniaturmodell ein.
Die Templars sehen aus wie durchgestylte 80er New Waver, angeführt von George Eastman, einer bekannten Genre-Größe. Dieser spielt auch schön fies den ultimativen Oberbösewicht. Überhaupt hat der ganze Film einen starken Comic-Charakter und wird durch den Score von Claudio Simonetti gut begleitet. Dies ist zwar nicht seine beste Arbeit, im Gegensatz zu seinen Goblin Zeiten oder Argento Beiträgen, trotzdem passt hier alles zum Gesehenen.
Die Darsteller fügen sich gut in ihre Rollen ein und geben gute Superhelden ab, die natürlich auch noch durch das weibliche Geschlecht gebührend entlohnt werden.
Hervorzuheben sind auch die groovigen Fahrzeuge, die teilweise die Karren von James Bond alt aussehen lassen. Die Effekte insgesamt sind dem Budget entsprechend. Für Gore- und Splatterfreunde sind ein einige Gewaltspitzen enthalten, die zwischen gut und "cheesy" variieren (der Bogenschütze mit seinen explosiven Pfeilen, scheint eine gute Vorlage für Selbiges in Rambo 2 gewesen zu sein)...
Völlig unerwartet prasselt dann aber auf einen die Vergewaltigungsszene, kurz vor Showdown, ein (Eastman, der Templar Anfüher, vergeht sich am gefangen genommenen Helden, hui, ui, ui....)
Schnitt- und Kameratechnisch merkt man, das Castellari zu diesem Zeitpunkt schon ein "alter Hund" war und bietet hier, neben guter Standardkost, auch gerne mal die ein oder andere schöne Einstellung, was das Gesamtbild doch hebt. Was bleibt abschließend zu sagen?
Italo-Endzeit-Trash-Granate, die für Fans des Genres sicher gute Unterhaltung bietet. In etwa vergleichbar mit Fireflash (2019 - After the Fall of New York), muss aber ein wenig hinter seinen eigenen Kreationen, die Riffs, zurückstecken (und gegenüber seine früheren Werken, besonders seine Western, hat dieses Machwerk hier sowieso keine Chance).
Mit Nostalgie- und Trashbonus eine runde 5/10