Review
von Leimbacher-Mario
Irokesenwesen für'n Endzeittresen
In einer Welt nach unserer Welt, in Kiesgruben zerstört durch atomaren Krieg, herrscht nun das Recht des Stärkeren und einige Überlebende stellen sich den Kampf gegen barbarische Punks, Angreifer und Unterdrücker…
In derselben Kerbe wie andere Italo-Möchtegern-„Escape From New Yorks“ wie „The Riffs“, „Fireflash“ oder „Endgame“, vielleicht sogar noch ein Stück günstiger und beschränkter, weiß man bei „The New Barbarians“ aka „Metropolis 2000“ sofort wo man dran ist. Sandkuhlen, Pappbecheranzüge, verkleidete Golfkarts, Laserpistolen vom Trödel. Mittendrin eine unerwartete aber gern gesehene Male-Rape-Szene. Dieses Ding macht viel, viel, viel Spaß. Oft unfreiwillig, manchmal bewusst, immer ungeniert und leidenschaftlich. Man braucht nicht immer Budget um zu begeistern. Explodierende Geschosse, heiße Miezen, ein kleiner U9er-KFZ-Meister rübergeholt aus dem Haus vor der Friedhofsmauer. George Eastman als Oberbaddie dreht voll auf. Fred Williamson auch mittendrin, mit den besten Gesichtsausdrücken. Komplett ohne Längen. Ohne wirkliche Geschichte. Einfach nur ein Gebolze vor dem Herrn. Der „Goblin“-artige Score obendrauf. Nices Teil. Wenn man auch nur ansatzweise auf Italo-Schlock steht, kommt diese postapokalyptische Sause genau richtig. Staubtrocken und rockend. Und die Macher von „Turbo Kid“ danken eh mal wieder.
Fazit: Beyond the Italodome. The Brot Warrior. Diese „letzten Barbaren“ bieten eine höchst unterhaltsame Kiesgrubenschlacht zwischen „Mad Max“-Abklatsch und Bella-Postapo-Italia. Wirklich sympathisch bescheuert und ein Schmankerl für Fans solcher Sandkuhlenkrakauer.