Es kann natürlich Zufall sein, dass ein Jason Bourne mit seinen Initialen demjenigen folgt, der bis heute der populärste Geheimagent der Filmlandschaft ist: James Bond. Da erscheint es eventuell nicht ganz so zufällig, dass auch der Titelgebende abseits seines Decknamens jene Initialen bekleidet.
Vier ehemalige CNI-Agenten, welche unter neuer Identität verstreut auf der ganzen Welt lebten, werden nahezu zeitgleich ermordet. Agent Zeta erhält den Auftrag, den fünften im Bunde, Ancarez ausfindig zu machen und zu beschützen. Gleichzeitig soll dieser Informationen liefern, was es mit einer verdeckten Operation in den 80ern mit Beteiligung eben jener getöteter Agenten auf sich hat…
Schon aufgrund einiger Schauplatzwechsel mit teils exotisch anmutenden Orten erinnert der Spionage-Thriller frappierend an das übliche Vorgehen einer Bond-Ausgabe. Zu dem gesellt sich eine attraktive Kollegin aus Kolumbien, mit der Zeta zusammenarbeiten muss, allerdings bleiben Gimmicks bei der Verteilung skurriler Waffen aus, zumal sich der Stoff insgesamt sehr ernst gibt.
Leider so sehr, dass er zwischen der rar gesäten Action teils arg zerredet wird. Über weite Teile sitzen Agenten und ihre engsten Mitarbeiter an einem Tisch und verhandeln, während der Titelgebende lediglich tatenlos zuhört. Dazu gibt es jede Menge Rückblenden, welche zwar ausstattungstechnisch toll aussehen, jedoch auch arg verworren anmuten, welche Partei denn einst welche Ziele verfolgte und wer seinerzeit mit wem paktierte. Irgendwann wird gar vergessen, dass es ursprünglich um die Aufklärung eines Vierfachmordes ging.
Immerhin kann sich die Action mehrheitlich sehen lassen. Jene setzt nach zwanzig Minuten ein und brilliert mit einer Verfolgung zwischen Auto und Motorrad, dazwischen gibt es einige Ballereien, jedoch auch einen etwas ausgiebigeren Kampf im Halbdunkel, bei dem man kaum zwischen den Kontrahenten unterscheiden kann. Auch die Aufteilung in zwei parallel ablaufende Actionsequenzen bringt Tempo ins Spiel und wer eine Hatz zu Fuß durch enge Gassen in Rio dynamisch festzuhalten vermag, gewinnt auf dieser Ebene auf jeden Fall.
Ein anderes Manko ist die Figur des Agenten Zeta selbst. Dieser wird zwar als liebevoll pflegender Sohn einer demenzkranken Mutter eingeführt, doch im Verlauf bleibt er weitgehend blass und vermag weitaus weniger Akzente zu setzen als einige der zahlreichen Nebenfiguren. Zudem ist sein aktiver Einfluss auf etwaige Fortschritte äußerst gering, er wirkt eher wie ein austauschbares, ausführendes Organ.
Letztlich leidet der Streifen unter einer deutlich zu aufgeblähten Geschichte, die zwar mit einigen kleinen Wendungen punktet, jedoch besonders im Mittelteil rein gar keine Brisanz oder gar Spannung liefert. Der Aufbau des Finales geht in Ordnung und der Ausgang stimmt versöhnlich, doch trotz des inszenatorischen Aufwands und passabler darstellerischer Leistungen überzeugen die 133 Minuten nur bedingt.
5,5 von 10