Review

Ein GameChangeling?

„Imposters“ ist die fast schon klassische Mysterybox der diesjährigen Fantasy Filmfests Nights und einer der wenigen Filme, die auch vor 20 Jahren zwischen „Triangle“, „Coherence“ oder „Timecrimes“ genau dort hätten laufen können und ihre Frau gestanden hätten. Nehmt das als Positives oder Negatives, wie euch gedüngt. Jedenfalls hat mich diese verzwickte Wechselbalgmär mit modernem Anstrich sehr ordentlich unterhalten. Jessica Roth wieder voll in ihrem Element und teils auch Subgenre, wenn sie und ihr filmischer Ehemann aus der „heilen Welt“ herausgerissen werden, wenn plötzlich und ankündigungslos während der Einweihungsfeier des neuen Hauses ihr kleiner Babyjunge spurlos verschwindet… 

Du bist dein neues Feindbild

Jessica Rothe ist und bleibt ein Fixpunkt, das Tempo von „Imposters“ passt und die Ausgangslage, dass dein Kind plötzlich weg ist, zieht bei Eltern immer, egal wie simpel bis plump diese zuerst erscheinen mag. Ich hoffe nicht nur bei Eltern. Doch zum Glück dreht „Imposters“ noch ein paar Extrarunden und ruht sich auf diesen eher instinktiven Attributen nicht zu sehr aus. Zu viel kann man und will ich nicht verraten, aber Vergleiche zu „Dark“ (Netflixserie) oder Peeles „Us“ drängen sich nahezu auf. Hochwertig produziert. Technisch versiert. Gehobene Stangenware, mehr als das in Gesamtbetrachtung. Am Ende bleiben doch einige Fragen und Nebenhandlungen etwas auf der Strecke. Vielleicht dreht sich da die Kinderkirmes etwas zu wild und der Überblick, ja schlimmer noch, vielleicht sogar jegliche Empathieankerpunkte gehen flöten. Doch insgesamt ist „Imposter“ lean und mean genug, um aus dem Teufelskreis der Mittelmäßigkeit im Genrebereich auszubrechen. 

Fazit: Schönes Mysterykarussell - kurzweilig, kompetent, knackig. Wenn auch mit großen Freiheit was Sinn, Erklärungen und Logik (auch interne) angeht. Aber das konnte ich verkraften. 

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