Sicherlich: Er hat im Laufe seiner Jahrzehnte langer Film-Karriere erfolgreichere Filme geliefert, dennoch gefällt mir der kleine (fast unspektakuläre) Gangsterfilm sehr gut, der mehr auf Drama als auf Action setzt.
Belmondo steht im Mittelpunkt, und nur er. Frech, unverschämt, cool ist sein Spiel. Klar, dieser "Ho" will jedem zeigen, dass er die Nummer eins ist, auch dem Zuschauer.
Die Handlung plätschert zwischendurch dahin, doch gerade in den ruhigeren Szenen, die manchmal so wirken, als füllen sie nur die Spielfilmlänge aus, zeigt sich viel französisches 60er-Jahre-Lokalkolorit.
Wer alte Filme wegen ihrer gediegenen und manchmal schlichten Gangart liebt, ist mit "Ho" gut bedient. Das heutige Ansehen des Films (2021) ist wie eine Zeitreise. Herrlich, wie unterhaltsam und politisch unkorrekt man in Filmen früher war. Hier wurde geraucht und kein Blatt vor den Mund genommen. Die Synchro ist entsprechend gut. Früher wagte man filmisch einfach mehr als heute, in einer modernen Zeit in der die Storyline oftmals so glattgebügelt wirkt.
Die meisten Belmondo-Filme haben Ecken und Kanten, und gerade in seinen unbekannteren Frühwerken fährt der Schauspieler zu einer persönlichen One-Man-Show auf.
Wer richtig gute Filme des leider verstorbenen Franzosen wirklich genießen will, sollte in die 50er, 60er und 70er zurückgehen. Hier sind Kleinode von ihm versteckt, die in Vergessenheit geraten sind.
Cineasten sollten diese wieder entdecken, so auch "Ho".
Jean-Paul ... RIP ... und DANKE für dein filmisches Vermächtnis. Hierin bleibst du unsterblich, nicht nur für Frankreich.