Ursprünglich The Farmer betiteltes Regiedebüt von Luke LaFontaine als Weiterführung der Karriere von Bren Forster, welcher dessen Regiedebüt Life After Fighting (2024) und sein Momentum in der Szene nicht wirklich nutzen konnte; abgesehen von diesem Auftritt hier und der Rolle eines Antagonisten im kommenden Mixed Martial Arts Drama Beast (in Me) sind die Angebote ausgeblieben. Oder die Zeiten für das Genre und deren Darsteller tatsächlich so schlecht zurecht. Die Gattung Action im mittel- und kleinpreisigen Umfeld schon seit längerem am Darben und nun noch zusätzlich ausgedünnt, hier auch der speziell klischeeträchtige Vertreter, wenn man nach der Synopsis geht:
Der ehemalige Söldner Joe [ Bren Foster ] hat sich auf die Avocado-Farm von Estrelle [ Tania Raymonde ] zurückgezogen und die Besitzerin auch lieben gelernt; zwischendurch tätigt er für Geld Kämpfe für den Buchmacher Sue [ Louis Mandylor ]. Als Joe während Besorgungen im Nachbardorf in Begleitung eines jungen Arbeiters durch den Gangstersohn Chavez [ Edgar de Santiago ] bedroht wird, entledigt er sich diesen und dessen Handlangern, bekommt aber bald Besuch vom geschmeidigen Baptiste [ Plutarco Haza ] und dem Schläger Ruthie [ Kris Van Damme ], die unmissverständlich klar machen, dass sie um das Verschwinden von Chavez Bescheid wissen. Und sein Vater Rache will.
Produziert von Bleiberg Entertainment, kurz und klein in den Kinos bereitgestellt von Samuel Goldwyn Films, das Budget überschaubar und das Szenario ebenso, die Vorstellung einfach, ein Kampf um die Aufmerksamkeit, eine erster Präsentation im Ring, der Kampf um das Leben und nicht nur um das Gewinnen. Körperlich wird begonnen, die Muskeln gestählt, Foster auch als Executive Producer vorhanden und bereit für die Umsetzung, der Film typisches Milieu für Autor Jesse V. Johnson eigentlich, hier durch dessen Mitarbeiter und Protegé LaFontaine in der Visualisierung. Dabei wird auf eine mitgehende Kamera gesetzt, auf längere Einstellungen schon, aber trotzdem etwas hektisch, ein Hin und Her an Geschehen, an Bewegungen und Konfrontationen, ein erstes Herantasten an die Konfrontationen. Die Gegner sind übel, das Einprasseln von Schlägen, das Knirschen und Brechen von Knochen, viel zu sehen und viel zu Hören. Die Meute freut es, die Menge jubelt, der Zuschauer kommt auf seine Kosten auch, Foster deutlich agil und behände, fast so sehr wie die Kamera, die ruhig etwas weniger aktiv sein könnte, die aber die Action doch eingefangen und zelebriert bekommt. Viele Griffe auch, viele unterschiedliche Techniken, die Anpassung an die Gegner, die Schwierigkeiten steigern sich. Mit einer ersten längeren Kampfszene wird begonnen, mit Sprüngen und mit Kicks, mit Fäusten und mit Beinen, die Talente unleashed, das Publikum weiter feiernd. Aus gutem Grund hat man hier Leib und Leben eingesetzt, wirft der Landbau alleine nicht genügend ab, ist man zuständig und verantwortlich für sich und die Anderen, die Familie und die Mitarbeiter. Ein selbstbewusstes Leben wird gezeichnet, eine Art (gesprächiger) Neo-Western fast, eine erweiterte A-Team Geschichte auch, nur dass man hier selber zum Widerstand wird, bis dahin kräftige Landschaftsaufnahmen und stabile darstellerische Leistungen, ein Drama installiert.
Der Kampf David-gegen-Goliath hier, das Behalten und Bewahren einer Tradition auch, ein Charakter bemüht und eine Institution. Um Sympathien wird sich bemüht und dies auch durchaus erreicht, um positive Emotionen, die Figuren bleiben in ihren Grenzen, sind aber durchaus mehrdimensional, wenn natürlich auch Klischee bleibend, die Genrestandards erfüllt und sich auch tatsächlich bemüht. Die Geschichte ergeht sich im Einfachen und fühlt sich dort auch wohl, das Austesten von Grenzen und das Überschreiten, die ersten Provokationen und die ersten Reaktionen, die sich steigernden Herausforderungen. Der Farmer hier natürlich kein simpler Farmer, sondern jemand mit einer Vergangenheit, die er hinter sich lassen wollte, die ihm nun aber nützlich ist und hilfreich, die ihm gegen all die andere Gewalt und dies in Ausübung eigener Gewalt hilft. So gibt es bald Ärger und eine Tote an der Grenze, eine Autoverfolgung durch die Pampa, eine aktuelle Bedrohung durch Waffen, ein Bitten und ein Betteln und die erste Schießerei, das Ausschalten von Schergen, das Beseitigen derer drei.
Ein erster Fehler damit begangen, die Steigerung des Ganzen folgt, entwickelt sich die Erzählung entsprechend dessen, werden Gräber geschaufelt und gleich neue damit nötig, ein Krieg heraufbeschworen, die Inszenierung dessen durchaus würdig; die Ruhe im Moment allerdings gesucht und darauf aufbauend und die Emotionen treibend und die Eskalationen. Foster bekommt die Rolle durchaus gespielt, inklusive Selbstzweifeln und Wutausbrüchen und Rachegelüsten, seine Umgebung ebenso, wird die B-Picture Handlung überraschungsfrei, aber nicht ohne Spannung und Interesse aufgebaut, ein Bedienen der Anforderungen. So ist nach einem Drittel die Konstellation auch dem Letzten in der prächtig schillernden Umgebung klar, eine Vorbereitung auf Kommendes nicht mehr möglich, da schon umzingelt von Handlangern und Co., sich mit den Kartells und dies auch zum Nachteil angelegt. Zeit für Angriff und Verteidigung theoretisch, für die Aufräumarbeiten, die schnellen Überwältigungen, das Handhaben der Machete eigentlich, "a fucking Turf War", die grobe Schlägerei zwischen zugewachsenen und eingerissenen Mauern, auf bemoosten Untergrund und in einer voll Laub bedeckten Gegend. Ein Terrain außerhalb der Gesellschaft und mit eigenen Regeln, ein Rückzug in die Slums, eine Flucht nach vorn, eine unverhältnismäßig lange Zurückhaltung eigentlich, die Action leider und dies grundlos vernachlässigt, mit angezogener Handbremse vorangehend und das Drama und dies übermäßig und repetierend angestrebt. Der Feldzug tatsächlich final erst und dann auch ohne Gefangene zu machen und mit voller Wucht und Brutalität, mit Blutpäckchen auch und Zerstörung, eine Viertelstunde zu spät etwa, aber immerhin auch für etwa eine Viertelstunde Laufzeit angelegt.