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Filmische Indoktrination von Rene Perez in Eigenverantwortung von Skript, Kamera, Musik, Schnitt und Regie, hier als halbstündige Sichtweise mit leichten Genrebezügen angelegt. "Stay asleep or face the Nightmare" als das Motto des Kurzfilmes, des Credos des dahinterstehenden Filmemachers und seiner Familie und Crew auch, ein Fanal gegen die Regierung und die Eliten und deren Druck und Zwänge auf die Bevölkerung. In den Wäldern von Cottonwood, Shasta County gedreht und davor, die Erzählung der Hauptfigur, die verstoßen ist von ihrer Sippschaft aufgrund ihrer Meinung, die gehasst wird und verbannt, die sich gegen die Sklavenhaltung der weißen Mädchen ausspricht, die gegen jede Form der Liberalität ist, die strenger Impfgegner darstellt und in jedem Regierungstreuen einen Sexhändler sieht. Ein Voice Over der jungen Frau namens Sasha wird bereitgehalten, bereitgestellt zu ihren Wanderungen über Feld und Berg und Wälder vom Lassen Volcanic National Park, Naturfreund Perez wieder in der Ausübung seiner Lieblingsbeschäftigungen, dem ausführlichen Proklamieren und Propagandieren verbunden mit dem Shinrin-Yoku. Hier nebenbei fließen auch weitere Bezüge seiner Weltanschauung hinein, die Benennung der meisten jüngeren Männern als 'Schwächlinge' und 'feministische Beta-Männchen', die Schäfchen, die sich dem Computerbildschirm und anderen Medien nur hingeben, die Lämmer im Stall der undefinierten herrschenden Klasse, die staatliche Institutionen und Mainstream-Medien wie Filme und Fernsehen nutzt, um die Massen zu kontrollieren und sexuelle Perversionen zu kultivieren.

Die Vorstellung der Hauptfigur hier, gespielt durch die aus Austin, Texas, stammende Chelsea Evered, eine fast bessere Darstellerin und Mitspielerin auch in Pro God - Pro Gun (2023) und zuletzt sowieso häufiger im Team von Perez; welcher nach eigenen Aussagen die Politik nicht allzu genau verfolgen würde, nie bei einer Wahl gewählt und seit 1993 kein Fernsehen mehr gesehen hat, hier in voller Demonstration von "Ich möchte einfach gute Moral in der Welt zu den Menschen bringen, die sie am meisten brauchen." in den Monolog geht und den Dialog, viele Kommunikation, viele Sätze ("Ich bin kein gläubiger Mensch, aber ich weiß, dass Menschen, die an Gott glauben, ein glückliches Leben führen und den Lehren von Selbstlosigkeit und Geben folgen. Umgekehrt: Ich habe noch nie Erfolgsgeschichten von Transgender-Personen gesehen, die lange, glückliche Leben führen. Hast du?"), viele Schlagworte, eine Radiosendung auch, ein zweifaches Gespräch, der Moderator gespielt von Michael Jarrod. Fragen werden gestellt und Antworten prompt geliefert, eine feste Moralstellung auch über die Gendertheorien vor allem und neonazistische Christian Identity-Aussagen hier gezeigt. Gefilmt abermals im offensichtlichen Color Grading, die Musik so düster und trüb wie die Bilder, das Auffordern zum Handeln und zum Denken, eine vorgebliche Meinungsfreiheit, die hier scheinbar bloßgestellt wird durch weitere anonyme Anrufer und deren Diskussionsbeiträge und Dispute, das Vergleichen der LGBTQIA+ - Identitäten mit dem Gehen durch "blood and fire" und damit dem Gleichstellen mit dem sprichwörtlichen Feuerwehrmann, der bei Gefahren sein Leben riskiert. Whataboutism herrscht hier vielmals und vielfältig vor, eine vermeintliche Toleranz gepredigt, Alternativen und Vielfalt als Perversion gekennzeichnet, die Einmischung von Lehrern und anderen 'bigotten Regierungstruppen' als Kollaborateure und als Vorbereitung von Pädophilie und weiterem angesprochen; dann wird eine Rauchbombe in den Raum und den darstellenden Radiosender, den mutmaßlichen Versammlungssaal der Cottonwood-Miliz, der Northern California's Outlaw MAGA Militia geworfen.

Ein Anschlag und eine Entführung findet statt, ab dem zweiten Drittel geht dann Perez wieder stiltypisch vor, seine Cry Havoc (2020) - Plotte mit Menschenopfern und ominösen Hintermänner, die das Böse loslassen auf die Menschheit. Sasha wacht an einer Kette gefangen in einem dusteren Fabrikgelände (der seit einem Vierteljahrhundert geschlossenen Shasta Paper Company Mill in Anderson) auf, an der Seite ihr Begleiter mit dem Trump T-Shirt an, das Interview nun an der freien Luft weiter vollzogen, die großen Technikkonzerne und ihr gedankenwaschendes Entertainment als die Übeltäter, sich hier an Wehrlosen vergreifend und nur Böses im Sinn. Mit dem Horrorgenre wird gespielt, ein mit Überschussausrüstung der Armee aus dem Zweiten Weltkrieg samt Gasmaske und Sauerstoffbeatmungsgerät Maskierter durch die isolierte Gegend streifend, das Blut wie üblich spritzend durch die violenten Aktionen, ein Mann verprügelt und gewürgt. Perez hat schon weitaus längere Filme als diese 30 Minuten mit weniger Handlung und weniger Tatendrang geschafft, hier passiert relativ viel auf einmal, vergleichsweise natürlich nur. Dazu in der Szenerie des The Punished (2018) und damit industrieller angelegt, eine Folternatur erneut gezeigt und sich auf exploitativen, explikativen Pfaden bewegt, eine längere Tortur und ebenso eine länger versuchte Befreiung, quasi der Aufstand gegen die absichtliche Unterdrückung der Selbstständigkeit der Bürger durch die US-Regierung, zu dessen Zwecke sich auch des Büstenhalters entledigt und die Bluse geöffnet, ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die von all dem vergossenen Lebenssaft schon rostig gewordene Axt und ein ausgemergeltes Gerippe hängen in der Drohkulisse, jetzt kommt nicht mehr der verbale Schund hervor, sondern die Albträume in Bewegung, die Angriffe seitlich aus dem stählernen Dickicht, das Übergeben und Hantieren mit einer Schusswaffe ("Eine Kugel in den Kopf ist, als würde man in ein Bett mit Seidenlaken schlüpfen."), das Aussetzen in der glühenden Sonne, das unattraktive Horrorgefilde mit dem Ausnutzen all der Schwächen, ein vermeintlich psychologisches Gebilde auch, gefangen zwischen Aufgabe und Aufgaben, zwischen links und rechts und zwischen richtig und falsch. Ein zunehmendes Sudeln und Besudeln statt einer tatsächlichen Narrative, Unwohlsein mehr durch die Gier auf Effekt und Affekt erzeugt und durch das Nicht-Trennen Können von Fiktion und Realität bei der Person Perez, der die High School nicht abgeschlossen hat und keine Ausbildung hat, der dem wahrgenommenen Niedergang der amerikanischen Kultur entgegen wirken möchte, dies aber selber mit seinen Arbeiten bestrebt.

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