Komplette Serie
Süßer Splatterspass
Zwischen den „Looney Tunes“ und einer Schlachtplatte, packten die „Happy Tree Friends“ Kinder wie mich vor zwanzig Jahren nicht gerade in Watte.
Überdreht und blutig wie sau, wurde einem da als Jüngling trotz Lachen auch mal flau.
Sowas hatte man noch nicht geseh'n, glücklich war man, konnte man eine DVD im Schatten der Eltern ersteh'n.
Auch heute können die animierten Splattervignetten mich noch zum Grinsen bringen, selbst wenn sie einen natürlich schon lange nicht mehr seelisch mit einer Achterbahnfahrt durch den Mixer wringen.
Hübsch ist das nie, kreativ aber schon irgendwie, diese Plüschies legen dich um und ficken dich ins Knie.
Egal wie weich und knuffig sie erscheinen, dagegen konnte selbst Conker an einem schlechten Felltag nur weinen.
Da rollen Köpfe, da werden Tierkörper in Scheibchen filetiert, und in der nächsten Folge stehen sie wieder auf der Matte, quicklebendig und ungeniert.
Ich glaube auf einem Musiksender wurde damals auch das Fernsehen gefüttert, schön, dass noch kein Kind es einst verraten hat indem es direkt darüber hat getwittert.
Das waren noch Zeiten, als gefühlt der Obi-Biber durfte ein Glückbärchie skalpieren, Ultragewalt, die aber trotzdem ging niemandem zu sehr an die Nieren.
Im Grunde also eine Einstiegsdroge zu unserem liebsten Filmbereich, so richtig kommt mir in den Sinn, selbst in einer solch übervollen Zeit wie heute, nicht ein brauchbarer Vergleich.
Jeder Generation kriegt wohl was sie verdient: heute gibt’s die Minions, damals diese aggressiven Fellknäuel - lasst euch sagen, dass ich keine Sekunde mit ihnen bereue!
Fazit: sehr blutig, recht lustig, sehr simpel, sehr 00er - „Happy Tree Friends“ war ein kurzweiliges Phänomen seiner Zeit, das aber noch weniger als etwa „Jackass“ oder „Celebrity Deathmatch“ den Zahn der Zeit und des Vergessens aufhalten konnte. Für Splatterfreunde sind das aber noch immer locker-flockige, blutgetränkte Kreativsnacks! (7/10)