Review

Das Sterben der Kinos

Ein paar Mitarbeiter halten ein amerikanisches Kleinstadtkino an seinem letzten Wochenende vor der Schließung irgendwie am Laufen bzw. machen sich dort zumindest noch eine nette Zeit. Sie sinnieren über Kinos, Streaming, die Criterion Collection, vergangene Videothekenzeiten und unsere tiefsten Wünsche, Ängste, Neigungen als Filmfans. Bis ein komplett schwarz gekleideter und maskierter Mann anfängt Leute zu erstechen...

Filmnerdmumblecore trifft Schlitzerpopcornparty

Für einen Film namens "Movie Theater Massacre" wird hier viel gequatscht. Verdammt viel. Auch auf die kurze Spielzeit angerechnet. Das muss man dick und fett unterstreichen und als Warnung aussprechen, da gibt's keinen anderen Weg. Das muss man hervorheben um Erwartungen zu drosseln. Mehr Slacker wie Slasher, genauso Metakommentar wie Horrorkomödie. Der komplett schwarze Look des Killers hat etwas und viele der Gespräche kennt man als Filmfan natürlich aus seiner eigenen Blase. Das ist schon solide geschrieben, gesprochen, umgesetzt. Aber im Grunde war ich auch gekommen um einen klassischen Slasher zu sehen. Und da liefert "Movie Theater Massacre" einfach zu wenig. Die Kills haben zu wenig drauf. Die Figuren haben zu wenig Fleisch auf den Charakterzeichnungsrippen. Die Filmanspielungen sind hier dicht, die Morde sind hier drüsch. Als killende Metapher für die Gefahr in der sich das klassische Kino befindet ist das in Ordnung bis ganz clever. Als filmnerdige Slackersause auf niedrigem Indieniveau auch. Als Slasher enttäuscht's. Und der digitale Look verkackt's obendrauf. Und wo sind die ganzen Anspielungen an "Scream 2", "Demoni" oder "Anguish"?!

Fazit: Nett gemeinter und doch etwas öde gemachter Kinoslasher mit Sympathiebonus von Filmnerd für Filmnerds... und doch der Erkenntnis, dass ein Slasher in einem leeren Kino mit ein paar Filmverrückten doch nicht so einfach ist wie es klingt...

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