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Drei Brüder wie sie ungleicher nicht sein können, alle im etwas gesetzteren Alter. Ludwig der erfolgreiche Sternenkoch, Ernst der Häftling, Adrian der Besonnene. Aufgrund der Unterschiede zwischen den drei kommt es regelmässig zu Streit, Mißgunst und Unsympathie bestimmt das Verhalten der Protagonisten. Als Mutter im hohen Alter stirbt müssen sich die drei zusammen raufen.

Da ihre Mutter nicht in Österreich verstarb sondern in der Nähe von Leipzig stellt sich die Frage: was wollte sie eigentlich dort? Warum hat sie schon zu Lebzeiten verfügt, daß sie bei den "Piefkes" begraben werden möchte? Die drei beginnnen nachzuforschen und entdecken dabei die Grundlagen ihres eigenen Lebens.

Nach und nach entwickeln sich vergessene brüderliche Gefühle wieder, von den anfänglichen Streitereien und tiefen schier unüberbrückbar scheinenenden Diskrepanzen bleibt am Schluß nichts mehr über. Murnberger inszeniert ein herrvorragendes Stück, das durch hohe schauspielerische Leistung ebenso wie durch gute Dramaturgie zu überzeugen weiß. Er verwendet viel Zeit zur Charakterstudie, diese ist beinahe Kerninhalt des gesamten Films.

"Brüder" läßt schmunzeln und stimmt auch nachdenklich. Für Österreich-Genre-Fans absolut empfehlenswert.

(10/10)

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