South Carolina: Der Hurrikan "Henry" trifft das kleine Küstenstädtchen Annieville mit voller Wucht, flutet sämtliche Straßen meterhoch und sorgt dafür, dass einige wenige Einwohner, die nicht rechtzeitig auf Anraten der Behörden die Flucht angetreten sind oder das Unwetter aussitzen wollten, nun so richtig tief in der Bredouille stecken, denn mit den Wassermassen werden auch zahlreiche aggressive Bullenhaie in das Kaff gespült, die nun natürlich leichte Beute machen. Dakota, die unter Agoraphobie leidende Nichte des Meeresbiologen Dale Edwards, die hochschwangere Lisa, die in ihrem Wagen gefangen ist und bei der ausgerechnet jetzt die Wehen einsetzen, und die drei Pflegekinder Dee, Ron und Will bekommen es bald schon mit den hungrigen Raubfischen zu tun, die auf Tuchfühlung gehen... Mit seinem zwischen Tierhorror und Katastrophenfilm angesiedelten Szenario kommt "Thrash" im Grunde genommen identisch daher mit Alexandre Ajas "Crawl", nur dass hier die Alligatoren eben gegen Haie ausgetauscht wurden... was nur nochmal mit Nachdruck unterstreicht, dass echt alles schonmal dagewesen ist und man sich von solchen Streifen keine Originalität mehr erwarten sollte. Auch wenn man der Angelegenheit wohl - zu Recht! - im Kino keine großen Chancen ausgerechnet hat, dürften der Streaming-Gigant Netflix doch recht happy gewesen sein, diese vorliegende Sony-Produktion ins Programm nehmen zu können und vermutlich darauf spekuliert haben, den Erfolg des 2024er-"Im Wasser der Seine" zu wiederholen... jener war zwar fast schon grotesk schlecht und allemal dumm wie Schifferscheisse, ist aber offenbar auch geklickt worden wie blöde (und bekommt übrigens demnächst auch 'ne Fortsetzung spendiert, oy vey!). Verglichen mit dem französischen Flossen-Fiasko ist "Thrash" aber glücklicherweise doch der wesentlich bessere Film, der relativ sicher im breiten Mittelfeld des Genres seine Bahnen zieht, ohne dabei gänzlich abzusaufen. Einem Tommy Wirkola auf dem Regie-Stuhl steht der Sinn da wieder einmal merklich nach unverfänglichem Entertainment ohne jeden Tiefgang, weswegen er die dünne Handlung - für die so manch anderer Filmemacher heutzutage über zwei Stunden Laufzeit veranschlagt hätte! - auch ohne großes Vorgeplänkel und völlig fettfrei in weniger als 80 Minuten durchprügelt. So wirklich langweilig ist die Chose ergo nie und das insgesamt wertige Erscheinungsbild verhindert weitestgehend, dass das alles trotz einiger absurder Drehbuch-Einfälle allzu sehr in Richtung "Sharknado"-Schwachsinn gepusht wird. Lediglich in den letzten 30 Minuten, die mit hirnrissigen Aktionen am Stück und 'ner Unterwasser-Geburt zwischen umherschwimmenden Haien angefüllt sind, beschleicht einen der Gedanke, dass da doch ein H zu viel im Titel ist...
5/10